Stabhochspringerin Issinbajewa "Gott wird ihr Richter sein"

Jelena Issinbajewa hat ihren Rücktritt bekannt gegeben. Die umstrittene russische Stabhochspringerin, die in Rio gesperrt ist, zeigte deutlich, dass ihre Wut darüber noch nicht verflogen ist.
Jelena Issinbajewa

Jelena Issinbajewa

Foto: Matt Hazlett/ Getty Images

Einen Tag nach ihrer Wahl in die Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat die russische Doppelolympiasiegerin im Stabhochsprung Jelena Issinbajewa ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärt. "Heute beendet Jelena Issinbajewa ihre professionelle Karriere", sagte die 34-Jährige während einer Pressekonferenz in Rio de Janeiro: "Ich dachte, ich wäre traurig, aber die Wahl hat mich inspiriert. Ich sage nicht dem Sport auf Wiedersehen, nur meinem Sport."

Issinbajewa, die wie fast alle russischen Leichtathleten von den Spielen in Rio ausgeschlossen worden war, richtete in der Pressekonferenz auch deutliche Worte an Sebastian Coe, den Präsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF. "Wenn der Präsident und die IAAF-Mitglieder glauben, dass es eine faire Entscheidung war, dann werde ich ihnen verzeihen. Aber Gott wird ihr Richter sein! Gott wird es richtigstellen!"

Lobende Worte hatte die Olympiasiegerin von 2004 und 2008 hingegen für den deutschen IOC-Präsidenten parat. "Ich möchte Thomas Bach danken, dass er in dieser Sache objektiv war", sagte Issinbajewa: "Er hat bewiesen, dass er ein starker Mann ist, indem er das russische Team starten ließ."

Mit Ausnahme der in den USA lebenden Weitspringerin Darja Klischina wurden den russischen Leichtathleten die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 verwehrt. Issinbajewa sagte, dass der McLaren-Report, der systematisches Doping in Russland aufgedeckt hatte und maßgeblich mit zur Ausschlussentscheidung beigetragen hatte, "keine Fakten, keine Beweise" enthalte. Sie betonte zudem: "Ich habe alle meine Siege sauber erreicht, es gibt keinen einzigen positiven Test von mir."

lst/sid
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