Eklat bei Judo-Grand-Slam Israeli gewinnt, Hymne wird nicht gespielt

In Abu Dhabi gewinnt ein israelischer Judoka einen wichtigen Wettkampf. Auf die obligatorische Hymne muss Tal Flicker aber verzichten, stattdessen singt er leise vor sich hin.

Der israelische Judoka Tal Flicker
REUTERS

Der israelische Judoka Tal Flicker


Der israelische Judoka Tal Flicker hat beim Grand Slam in Abu Dhabi in der Klasse bis 66 Kilogramm gewonnen, bei der Siegerehrung musste er aus politischen Gründen jedoch auf die Hymne seines Landes verzichten. Stattdessen wurde die Hymne des Internationalen Judo-Weltverbands (IJF) gespielt - und Flicker sang leise den Text der israelischen Nationalhymne "Hatikva" (Die Hoffnung) mit.

Die Israelis waren nach Angaben ihres Verbands angetreten, obwohl die Veranstalter ihnen verboten hätten, Landessymbole wie eine Flagge auf ihren Anzügen zu tragen. Eine internationale Delegation um die deutsche Olympiasiegerin und Frauen-Bundestrainerin Yvonne Bönisch hatte auch von Einreiseschwierigkeiten für die insgesamt zwölf israelischen Judoka berichtet.

Der IJF wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Verbot äußern. Nach Angaben des israelischen Verbands hatte Weltverbandspräsident Marius Vizer jedoch ein Dringlichkeitsschreiben an die Veranstalter geschickt und darin gefordert, alle Delegationen ohne Ausnahme gleich zu behandeln. Der Grand Slam in Abu Dhabi ist nach WM und EM einer der wichtigsten Judo-Wettkämpfe des Jahres.

In Israel wurden bereits Stimmen laut, die einen Boykott von Sportveranstaltungen fordern, bei denen die Landessymbole verdeckt werden müssen oder die Hymne nicht gespielt wird. Israels Sportministerin Miri Regev setzte aber die Reise nach Abu Dhabi durch, weil "wir uns nicht in die politische Arena zerren lassen", wie es in einer Mitteilung des israelischen Judo-Verbands hieß.

krä/dpa

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