Sommerspiele in Rio Whistleblowerin Stepanowa darf nicht starten

Julia Stepanowa hat eine Sperre abgesessen und entscheidend mitgeholfen, das Staatsdopingsystem in Russland aufzudecken. Das IOC verbietet der Russin dennoch, als neutrale Athletin in Rio zu starten.

Julia Stepanowa
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Julia Stepanowa


Die russische Leichtathletin Julia Stepanowa, die als Whistleblowerin die Aufdeckung des russischen Staatsdopingsystems mit ins Rollen gebracht hatte, darf nicht bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) starten. Das gab das Internationale Olympische Komitee im Zuge der Entscheidung bekannt, auf einen Komplettausschluss des russischen Teams zu verzichten.

Zwar "begrüßt die Ethikkommission Stepanowas Beitrag zum Anti-Doping-Kampf", wie es in einem Statement des IOC heißt, da sie aber selbst mindestens fünf Jahre Teil des Systems gewesen sei, "erfüllt sie nicht die ethischen Anforderungen an einen olympischen Athleten".

Das IOC gab sich bemüht, Stepanowas Einsatz zu würdigen. So heißt es weiter in dem Statement, das Komitee sei "dankbar für ihr Engagement, deshalb laden wir sie und ihren Ehemann ein, in Rio Gäste des IOC zu sein. Wir zeigen damit, dass wir bereit sind, sie zu unterstützen."

Der Internationale Sportgerichtshof Cas hatte vergangene Woche einen Einspruch von 68 russischen Leichtathleten gegen ihren Olympia-Bann abgewiesen. Mittelstreckenläuferin Stepanowa hatte beantragt, als neutrale Athletin an den Spielen teilnehmen zu dürfen, hatte es aber abgelehnt, als Teil des russischen Teams anzutreten. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte ihr eine Starterlaubnis erteilt.

luk/sid



insgesamt 156 Beiträge
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A. A. Hammer 24.07.2016
1. Verhöhnung
Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter. Frau Stepanova darf dann aber sicher aus der IOC Loge ihren Wettbewerb anschauen und lecker essen und trinken. Ein Edelmann, der Thomas.
frankn.stein 24.07.2016
2.
Als Zeichen des Respekts, dass sie bei der Aufklärung geholfen hat, laden wir sie ein um.... den anderen Leichtathleten zu zuschauen...
patta8388 24.07.2016
3.
Die Gesamtentscheidung hat irgendwie den Beigeschmack eines "Geschenks" der IOC-Führung um diesen grausigen Bach an das russische NOK, bzw. Onkel Vladimir. Der Rest der russischen Verbände darf antreten - die böse Whistleblowerin aber nicht...
A. A. Hammer 24.07.2016
4. Gibt es schon Beiträge?
Test
bran_winterfell 24.07.2016
5. Was für eine Schande!
Mehr kann man dazu nicht sagen. Was für dich Kniefall vor Moskau. Traurig.
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