Kanu Zweimal Gold, zweimal Silber für Deutschland

Die deutsche Kanu-Flotte hat den Endspurt im Kampf um eine gute Platzierung im Medaillenspiegel angezogen. Im Kajak-Vierer wurde Birgit Fischer zum achten Mal in ihrer Laufbahn Olympiasiegerin. Der Canadier-Zweier der Männer gewann anschließend die zwölfte Goldmedaille für Deutschland. Hinzu kamen zwei Silberplaketten.


Golden Girls: Maike Nollen, Katrin Wagner, Carolin Leonhardt und Birgit Fischer (v.l.n.r.)
REUTERS

Golden Girls: Maike Nollen, Katrin Wagner, Carolin Leonhardt und Birgit Fischer (v.l.n.r.)

Athen - Schlagfrau Fischer fügte ihrer außergewöhnlichen Karriere einen weiteren Höhepunkt hinzu. Die 42-Jährige gewann ihre achte olympische Goldmedaille. Im Kajak-Vierer setzte sich die erfolgreichste deutsche Olympionikin in Schinias gemeinsam mit Maike Nollen, Katrin Wagner und Carolin Leonhardt über 500 Meter in einem packenden Endspurt vor Ungarn durch. Die Bronzemedaille ging an das Quartett aus der Ukraine. Fischer belegt durch ihre elfte Medaille seit 1980 nun den siebten Platz der ewigen Bestenliste bei Olympischen Spielen.

"Die Erleichterung ist riesengroß. Ich kann es kaum fassen. Es liegt sicherlich daran, dass zu Hause so viele die Daumen gedrückt haben. Ich bin superglücklich", sagte Fischer nach ihrem erneuten Erfolg. Gemeinsam mit Leonhardt tritt die Brandenburgerin morgen zu ihrem letzten Olympia-Auftritt über 500 Meter im Kajak-Zweier an. Bei einem erneuten Erfolg würde sie in der Bestenliste mit dann neun Gold- und drei Silbermedaillen mit dem finnischen Wunderläufer der zwanziger Jahre Paavo Nurmi auf Rang zwei gleichziehen.

Sensationssieg: Christian Gille (l.) und Tomasz Wylenzek
AFP

Sensationssieg: Christian Gille (l.) und Tomasz Wylenzek

Völlig überraschend holten sich Christian Gille und Tomasz Wylenzek im Canadier-Zweier den Olympiasieg. "Diese Goldmedaille widme ich Thomas Zereske", sagte Gille. Zereske, langjähriger Kollege des deutschen Kanuten, war im Juni im Alter von 38 Jahren an Leukämie gestorben. In Sydney hatte Gille über 500 Meter gemeinsam mit Zereske Platz fünf belegt.

Während der Siegerehrung weinten Gille und Wylenzek. Das Duo aus Leipzig und Essen hatte sich im Rennen über 1000 Meter vor Russland durchgesetzt. Die Bronzemedaille ging an Ungarn. Bislang hatten Gille/Wylenzek als größten Erfolg einen siebten Platz bei der WM 2002 verbucht. Als die Olympia-Qualifikation in Gefahr geriet, hatten sie die Positionen im Boot getauscht.

Tränen auf dem Podest: Olympiasieger Gille und Wylenzek
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Tränen auf dem Podest: Olympiasieger Gille und Wylenzek

Für Andreas Dittmer erfüllte sich der Traum vom dritten Olympia-Gold nicht. Der 32-Jährige aus Neubrandenburg, der 2000 in Sydney auf dieser Strecke gewonnen hatte, musste sich im Canadier-Einer über 1000 Meter dem Spanier David Cal geschlagen geben und holte die Silbermedaille. Bronze ging an Attila Vajda aus Ungarn. "Ich habe es nicht geschafft, auf Tuchfühlung zu bleiben. Im ersten Moment bin ich ein bisschen enttäuscht gewesen, da ich als Favorit ins Rennen gegangen bin. Aber ich habe alles gegeben und mich selten so ausgekotzt. Deshalb bin ich glücklich über die Leistung", sagte Dittmer.

Die Erfolgsbilanz der deutschen Kanuten rundete der Kajak-Vierer ab. Andreas Ihle, Mark Zabel, Björn Bach und Stefan Ulm mussten sich im Rennen über 1000 Meter nur dem Boot aus Ungarn geschlagen geben und holten in dieser Klasse wie vor vier Jahren in Sydney die Silbermedaille. Bronze ging an die Slowakei.

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