Diamond League Harrison bricht Weltrekord, Bolt siegt bei Comeback

Die Amerikanerin Kendra Harrison ist nicht für Olympia qualifiziert - hat nun aber einen Weltrekord über 100 Meter Hürden aufgestellt. Usain Bolt gewann bei seinem Comeback über 200 Meter.

Kendra Harrison
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Kendra Harrison


Jamaikas Nationalheld Usain Bolt hat zwei Wochen vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro in 19,89 Sekunden locker seinen noch erforderlichen Leistungsnachweis über 200 Meter erbracht. Zudem knackte die Amerikanerin Kendra Harrison beim Diamond-League-Meeting in London die fast 28 Jahre alte Bestmarke über 100 Meter Hürden.

Die 23-Jährige, die nicht für die Olympischen Spiele in Brasilien qualifiziert ist, verbesserte in 12,20 Sekunden die aus dem Jahr 1988 stammende Bestmarke der Bulgarin Jordanka Donkowa um eine Hundertstelsekunde.

"Es ist unglaublich, dass mich die Leute jetzt Weltrekordlerin nennen", sagte Harrison nach ihrem Sensationslauf: "Ich wollte rausgehen und den Mädels zeigen, was ich drauf habe. Auch bei Rückschlägen muss man weitermachen und sein Bestes geben."

Bei den US-Trials Anfang Juli hatte Harrison gepatzt und als Sechste die Qualifikation für Rio verpasst. Stattdessen fliegen ihre am Freitag auf den Plätzen zwei bis vier platzierten Teamkolleginnen Brianna Rollins, Kristi Castlin und Nia Ali für die USA nach Rio. Ohne besondere Windunterstützung steigerte Harrison nun ihre eigene in Eugene aufgestellte Weltjahresbestleistung von 12,24 Sekunden um weitere vier Hundertstel.

Bolt siegte nach zuletzt zahlreichen Verletzungen bei seinem ersten Start über die längere Sprintdistanz ohne Mühe, blieb dabei jedoch deutlich über der Bestzeit seines größten Konkurrenten Justin Gatlin (19,75) und der Weltjahresbestmarke von LaShawn Merrit (19,74).

"Ich bin noch nicht ganz in Form, aber ich komme der Sache näher", sagte Bolt: "Ich brauche noch etwas Arbeit, aber mit dieser Zeit ist das okay. Ich bin immer noch hungrig und bereit weiterzukämpfen."

Bolts großes Ziel ist in Rio das "Triple Triple", der dritte Olympia-Triumph über 100 Meter, 200 Meter und mit der Sprintstaffel nacheinander. Der nationale Verband hatte den 29-Jährigen zwar ins vorläufige Rio-Aufgebot berufen. Um den Startplatz auch wahrnehmen zu können, musste Bolt aber noch seine Wettkampffähigkeit nachweisen. Über 100 Meter war der Superstar bei der jamaikanischen Olympia-Ausscheidung im Halbfinale 9,88 Sekunden gelaufen, Gatlins Weltjahresbestzeit steht bei 9,80.

Bolt war in der Vorbereitung auf seine dritten Olympischen Spiele immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden. Bei den jamaikanischen Meisterschaften Anfang Juli war er aufgrund einer Oberschenkelverletzung vor dem Finale ausgestiegen, auf den 200-Meter-Start hatte er verzichtet. Zuletzt hatte sich der Weltmeister bei Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München in Behandlung begeben.

mru/sid



insgesamt 3 Beiträge
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zaunreiter35 23.07.2016
1. Sehr skurril
Eine die gerade den Weltrekord aufstellt und somit in Form ist, darf nicht zu den olympischen Spielen, weil sie bei den us-amerikanischen Trials zu schwach war. Wenn man sich dann die Streitigkeiten in der deutschen Leichtathletik anschaut und die Gerichte bemüht werden...
HansWilhelm 23.07.2016
2. wenn einer dieser uralt Weltrekorde gebrochen wird
fang ich an zu grübeln......
rolf.piper 24.07.2016
3.
Zitat von HansWilhelmfang ich an zu grübeln......
das reicht nicht, wir wär´s mit dem Ergebnis? Die Titelkarikatur des neusten Eunlenspiegels trägt die Unterschrift: das ist doch nicht normal... weiter grübeln!
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