Kontakte zu Dopingarzt Ferrari Italienische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 70 Athleten

Die Staatsanwaltschaft von Padua hat 70 Athleten ins Visier genommen. Sie sollen Kontakt zum italienischen Dopingarzt Michele Ferrari unterhalten haben. Angeblich ist unter ihnen auch ein Sportler, der bei den Paralympischen Sommerspielen an den Start gehen will.
Sportmediziner Ferrari: Umstrittene Praktiken

Sportmediziner Ferrari: Umstrittene Praktiken

Foto: Giorgio Benvenuti/ picture alliance / dpa

Hamburg - Weil sie angeblich Verbindungen zum umstrittenen italienischen Doping-Arzt Michele Ferrari gehabt haben sollen, ermittelt die Staatsanwaltschaft Padua gegen 70 Athleten. Laut italienischen Medien seien vor allem Radsportler ins Visier der Fahnder geraten. Unter ihnen soll auch ein Sportler sein sein, der an der Paralympischen Sommerspielen in London (29. August bis 9. September) teilnehmen will.

Zuletzt waren mehrere Radprofis von Italiens Olympischem Komitee Coni wegen ihrer Kontakte zu Ferrari befragt worden. Bisher hat jedoch erst ein Profi zugegeben, von Ferrari gedopt worden zu sein. Zudem war ein Radfahrer aus dem Kader für die Olympischen Sommerspiele in London gestrichen worden, weil er mit Ferrari in Verbindung gebracht worden war.

Seit zwei Jahren ermittelt Staatsanwalt Benedetto Roberti bereits gegen Ferrari, der 2004 wegen Sportbetrugs eine Bewährungsstrafe erhalten hatte. Zwei Jahre zuvor war ein Urteil des Radsport-Verbandes ergangen, das allen italienischen Profis verbietet, Ferrari zu kontaktieren. 2006 belegte ihn der italienische Radsportverband mit einem lebenslangen Betätigungsverbot.

Zuletzt hatte der italienische Olympiasieger im Gehen, Alex Schwazer, eingeräumt, Kontakt zu Ferrari gepflegt zu haben. Schwazer war vor seinem Start in London positiv auf Epo getestet und von den Spielen in London ausgeschlossen worden.

psk/sid

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