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02. Dezember 2017, 11:33 Uhr

Kritik an Umsetzung der Leistungssportreform

Spitzenverbände fürchten um Olympia 2020

Die Spitzenverbände des DOSB haben die schleppende Realisierung der Leistungssportreform kritisiert - und Forderungen gestellt. Sollten diese nicht erfüllt werden, könnte es bei Olympia 2020 zu großen Problemen kommen.

In einer "Standortbestimmung" haben die deutschen Spitzenverbände ihre Sorge zur bisherigen Umsetzung der Leistungssportreform zum Ausdruck gebracht. "Die in wesentlichen Teilen verzögerte Umsetzung der Reform wird kritisch betrachtet, sie ist nicht von den Spitzenverbänden zu verantworten", heißt es in einer Erklärung der olympischen und nicht-olympischen Verbände sowie der Landessportbünde, die am Samstag der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Koblenz vorgelegt wurde.

Darin wird zwar bekräftigt, dass die Verbände weiter "geschlossen" zur Reform stehen, aber auch konkret benannt, was ein Jahr nach der Verabschiedung des ambitionierten Konzepts im Argen liegt. Die Verzögerung und Unklarheiten in der Umsetzung führten zu einer "erheblichen Verunsicherung bei Athleten, Trainer und Verbänden und gefährden damit massiv die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele Tokio 2020".

Athleten bräuchten Klarheit hinsichtlich ihrer finanziellen Absicherung, der Stützpunktstruktur und professionellen Betreuung. Die Trainer litten an der "unhaltbaren Beschäftigungssituation", und den Verbänden müssten die "notwendigen Mittel" für die Umsetzung der Reform bereitgestellt werden.

Die öffentlichen Fördermittel für den Leistungssport von Bund und Länder müssten deshalb "ab 2018 deutlich angehoben", und der von den Spitzenverbänden konkret bezifferte Mittelaufwuchs "muss vom Mittelgeber anerkannt" werden. Nur so seien die "Planungshorizonte unter anderen in der weiteren Vorbereitung auf die Tokio-Spiele" abzusichern, heißt es in der Erklärung.

mru/dpa

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