Kurzprogramm Jagudin in Führung

Im Kampf um den Olympiasieg im Eiskunstlauf der Herren ist eine Vorentscheidung zugunsten von Alexej Jagudin gefallen. Favorit Pluschenko stürzte im Kurzprogramm und belegt nur den vierten Rang.


Salt Lake City - Der Russe Alexej Jagudin greift bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City nach der Goldmedaille im Eiskunstlaufen. Im großen Konkurrenzkampf gegen seinen Landsmann Ewgeni Pluschenko konnte sich der dreifache Weltmeister am Dienstagabend im Kurzprogramm klar behaupten. Pluschenko stürzte beim vierfachen Toeloop und liegt vor der Kür am Donnerstag nur an vierter Stelle. Aus eigener Kraft kann der 19 Jahre alte Weltmeister kein Gold mehr gewinnen. Zweiter ist vorerst der Japaner Takeshi Honda vor Timothy Goebel (USA). Ein deutscher Läufer ist nicht am Start.

Jagudin legte mit seiner 150 Sekunden langen Kurzkür eine überragende Leistung vor. Seine Kombination aus Vierfach-Toeloop/Dreifach-Toeloop landete der 21-Jährige ebenso fehlerfrei wie den dreifachen Axel und den Lutz. 15.600 Zuschauer im ausverkauften Salt Lake Ice Center feierten den Europameister, dem die Preisrichter besonders hohe Noten in der B-Note gaben. "Das war erst der Anfang, ich muss mich nur auf mich selbst konzentrieren", sagte Jagudin. Pluschenko stand danach besonders unter Druck; zudem plagt ihn eine Leistenverletzung, die ihn auch zur Absage der EM im Januar zwang. Nach dem gestürzten Toeloop konnte der Weltmeister das Publikum nicht wie gewohnt begeistern.

Paarlaufergebnis hat ein Nachspiel


Unterdessen hat die umstrittene Entscheidung im Paarlaufen zu Gunsten der Russen Elena Bereschnaja und Anton Sicharulidse ein Nachspiel. In einer Presseerklärung kündigte die Internationale Eislauf-Union (ISU) eine nachträgliche Untersuchung an. Gemeinsam mit den neun Preisrichtern will der Verband bei einer Video-Studie das Ergebnis noch einmal verifizieren. Amerikanische TV-Kommentatoren hatten das Urteil gegen die Kanadier Jamie Sale/David Pelletier (Kanada) scharf kritisiert. Das Wertungsgericht hatte mit 5:4-Stimmen den Olympiasieg an die Russen vergeben. Mit Sanktionen gegen Wettkampfrichter ist aber nicht zu rechnen.



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