Lance Armstrong Ärger um den Bonus-Scheck

Mit dem sechsten Toursieg in diesem Sommer hat Lance Armstrong Sportgeschichte geschrieben. Doch als er den Lohn für die Mühen einfahren wollte, erlebte er eine böse Überraschung. Die Firma, die einen Millionenbonus versprochen hat, weigert sich zu zahlen. Es heißt, Armstrong hätte sich möglicherweise unlauterer Mittel bedient.


Lance Armstrong: "Saubere Testergebnisse sollten problemlos einzusehen sein"
DPA

Lance Armstrong: "Saubere Testergebnisse sollten problemlos einzusehen sein"

Dallas - Fünf Millionen Dollar versprach die Firma SCA Promotions Lance Armstrong, falls er in diesem Jahr seinen sechsten Sieg auf der Tour de France einfahren sollte. Selten zuvor hat man den Texaner bei der Rundfahrt durch Frankreich so motiviert und dominant gesehen wie im Sommer 2004. Doch auf die im Vorfeld ausgelobte Bonusprämie wartet Armstrong bis heute vergeblich.

SCA Promotions begründet die ausbleibende Zahlung mit den Dopingvorwürfen gegen Armstrong, die in dem im Sommer veröffentlichen Buch "L.A. Confidential, the Secrets of Lance Armstrong" erhoben wurden. Armstrong hatte die im Buch genannten Anschuldigungen als "absolut unwahr" bezeichnet und mit einer Verleumdungsklage gegen die Autoren David Walsh und Pierre Ballester und den La Mertiniere-Verlag reagiert.

Chris Compton, der Anwalt von SCA, möchte Einblick in die Patientenakte Armstrongs haben, bevor das Geld überwiesen wird. "Wir haben Testergebnisse beantragt", so Compton, "saubere Testergebnisse sollten problemlos einzusehen sein. Wir haben nicht vor, sie den Medien zur Verfügung zu stellen oder irgendetwas anderes damit zu machen. Wir wollen nur wissen, ob diese Testergebnisse existieren."

US Postal, das Team für das Armstrong als Kapitän fährt, hat nun in Dallas Klage gegen SCA eingereicht. Die Firma hätte nicht das Recht die Siege Armstrongs in Frage zu stellen, lautete die Begründung.

Das von Walsh und Ballester verfasste Buch beruft sich in Teilen auf Behauptungen der ehemaligen Armstrong-Assistentin Emma O'Reilly. Unter anderem erzählt O'Reilly, dass Armstrong sie gebeten hat, Spritzen verschwinden zu lassen und die Einstichstellen mit Make up zu kaschieren. Welche Substanzen in den Spritzen gewesen seien, hätte sie nicht gewusst.

SCA hatte Armstrong bereits für seinen Toursieg im Jahr 2002 1,5 Millionen Dollar und 2003 2,5 Millionen Dollar überwiesen.



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