Keine ehemaligen Doper mehr im Radsport Armstrong verspottet UCI-Chef

Im September hat die UCI einen neuen Präsidenten gewählt: David Lappartient gibt sich als Hardliner, Doping-Betrüger sollen nach seinem Willen aus dem Radsport verschwinden. Die jedoch machen sich über ihn lustig.
Lance Armstrong

Lance Armstrong

Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERS

Der Präsident des Radsport-Weltverbands UCI, David Lappartient, hat in einem Interview mit der Zeitung "Luxemburger Wort" seine Vision einer Radsport-Szene bekräftigt, in der erwiesene Dopingbetrüger keine Rolle mehr spielen. Im konkreten Fall geht es um Bjarne Riis' Bemühen, das dänische Team Virtu Cycling in die UCI World Tour zu bringen. Riis hatte 1996 die Tour de France gewonnen, elf Jahre später die Einnahme leistungssteigernder Mittel zugegeben.

"Frühere Doper haben keinen Platz im Radsport. Irgendetwas anderes zu sagen, wäre heuchlerisch", sagte Lappartient: "Alle Radsportler müssen für ein Ziel zusammenstehen: Der Radsport muss glaubwürdig sein, ansonsten ist alles verloren." Der erst im September überraschend zum Nachfolger von Brian Cookson gewählte Franzose würde die geltenden Ausschlussregeln gern weiter verschärfen, weiß aber, dass lange Sperren schwer mit dem Recht auf freie Berufsausübung zu vereinbaren sind. Aktuell kann die UCI lediglich bei Dopingverstößen innerhalb der vergangenen fünf Jahre Sperren aussprechen, zudem nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Der Resozialisierungsgedanke gelte auch im Radsport, sagte Michael Rasmussen der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet" und warf dem Radsport-Boss Populismus vor. Rasmussen, der 2007 nach einem Dopingfall für zwei Jahre gesperrt worden war, und inzwischen als Experte für das dänische Fernsehen arbeitet, beklagte, dass auch Lappartient nur "heiße Luft" liefere.

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Per Twitter meldete sich auch der wohl prominenteste Doper der jüngeren Sportgeschichte. Lance Armstrong kommentierte voller Sarkasmus: Wenn keine ehemaligen Doper mehr erwünscht seien, werde der Radsport "zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Haufen Menschen benötigen, die Teams managen, Fahrer betreuen, die mit Begleitfahrzeugen unterwegs sind, Events organisieren, im TV kommentieren, sogar welche, die für die UCI arbeiten! Bewerbungen an David Lappartient."

chh