Land & Leute Der Laufsteg Europas


Dritte Etappe

- Wenn es eine derzeit in Europa ein Trendstadt gibt, dann ist es Antwerpen. Die flämische Metropole an der Schelde mit knapp einer halben Million Einwohner gilt als hippste Adresse für Couturiers, Designer, Architekten und Avantgarde-Künstler. Seit etwa 15 Jahren hat sich Antwerpen zu einer Modestadt ersten Ranges entwickelt, deren Ideen und Kreationen inzwischen auch in den Design-Szenen von New York, Paris, Mailand oder Tokio gerne aufgenommen werden.

"Antwerp six" wurde eine Gruppe von Modemachern um Dries van Noten, Ann Demeulemeester und Walter van Beirendonck genannt, die Mitte der achtziger Jahre den Anfang machten. Die Antwerpener Kunsthochschule, die "Koninklijke Academie voor Schone Kunsten", hat sich inzwischen weltweiten Ruf erworben als Trend-Keimzelle und Ausbildungszentrum für junge Mode- und Designtalente. Der Sommer 2001 steht ganz im Zeichen dieser Entwicklung, die Modewelt blickt auf die noch bis zum 7. Oktober währende Ausstellung "Mode 2001 Landed - Geland".

Mode-Spektakel an jeder Ecke

Wer durch das Zentrum Antwerpens bummelt, wird zwangsläufig auf Veranstaltungen des Mode-Spektakels treffen oder an Boutiquen der viel gerühmten Trendsetter vorbeikommen. Adressen sind zum Beispiel der ehemalige Königspalast (Meir 50), das Museum für Schöne Künste (Leopold de Waelplaats) oder das Museum of Contemporary Art (Leuvensestraat 32).

Wer es lieber etwas weniger aufregend mag, kann sich zum Beispiel in der Liebfrauen-Kathedrale Peter Paul Rubens' weltberühmtes Bild "Kreuzaufrichtung" ansehen oder die Grabkapelle der Familie Rubens in der spätgotischen Sint-Jakobskerk besichtigen. Auf jeden Fall sehenswert ist der Grote Markt mit dem Rathaus und zahlreichen Bürgerhäusern im Renaissance-Stil. Pracht zeugt davon, dass die Hansestadt Antwerpen im 16. Jahrhundert nicht nur außerordentlich reich, sondern auch besonders kunstsinnig gewesen ist. Damals arbeiteten hier unter anderem Hieronymus Bosch und Pieter Breughel d.Ä., später dann Rubens, Jordaens und van Dyck.

"Jerusalem an der Schelde"

Die Stadt hat noch weitere Superlative zu bieten. So lebt in Antwerpen die größte jüdische Gemeinschaft Europas, weshalb häufig auch vom "Jerusalem an der Schelde" gesprochen wird. Zugleich ist Antwerpen die Welthauptstadt für Diamanten. Hier gibt es die größte Diamantenbörse, hier arbeiten etwa 1500 Händler der teuren Steine. Die Branche sitzt in oder dicht um die Hovenierstraat ganz in der Nähe des Hauptbahnhofes. Insgesamt 30.000 Menschen leben in Antwerpen vom Geschäft mit den Edelsteinen. Besucher, die einen Blick in die faszinierende Welt der Kleinodien werfen möchten, können dies am besten im Diamanten-Museum (Lange Herentalsestraat) tun - der Eintritt ist frei.



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