Trainer vom Nike Oregon Project Salazar wegen Dopingverstößen für vier Jahre gesperrt

Er stand schon länger unter Dopingverdacht, nun ist Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar bestraft worden. Beim Nike Oregon Project arbeitet er auch mit Konstanze Klosterhalfen zusammen.
Alberto Salazar will gegen die Sperre vorgehen

Alberto Salazar will gegen die Sperre vorgehen

Foto: Phil Noble/ REUTERS

Der Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar ist von der US-Anti-Doping-Behörde Usada wegen Dopingverstößen für vier Jahre gesperrt worden. Der 61 Jahre alte US-Amerikaner ist Chefcoach des Nike Oregon Projects (NOP), dem auch die deutsche Weltklasse-Mittelstrecklerin Konstanze Klosterhalfen angehört. Die 22-Jährige, die am Mittwoch bei der WM in Doha nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur über 5000 und nicht über 1500 Meter antritt, wird in den USA allerdings nicht von Salazar, sondern von Pete Julian trainiert.

Zu Salazars bekanntesten Schützlingen gehören der viermalige britische Olympiasieger Mo Farah und der zweimalige Olympia-Medaillengewinner Galen Rupp (USA). Die Sperre des gebürtigen Kubaners ist das Ergebnis vierjähriger Untersuchungen. Wie Salazar darf auch der Endokrinologe Jeffrey Brown, der zahlreiche Athleten Salazars behandelt hatte, vier Jahre lang nicht mehr im Leistungssport tätig sein.

Die Usada lobte bei der Verkündung der Sperre  die Mitarbeit von Sportlern, ohne deren Namen zu nennen. "Sie hatten die Courage, auszupacken und die Wahrheit zu enthüllen", sagte Usada-Chef Travis Tygart. Salazar und Brown hätten bei ihrer Arbeit für das Nike Oregon Project gezeigt, "dass Gewinnen wichtiger war als die Gesundheit und das Wohlbefinden der Sportler, die zu beschützen sie geschworen haben."

Salazar reagierte laut New York Times  in einer Mitteilung des NOP "schockiert" über das Ergebnis. Er plane, gegen das Verbot Berufung einzulegen, vermutlich vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne.

Farah: "Ich bin ein sauberer Athlet"

2017 hatte die russische Hacker-Organisation Fancy Bears verschiedenen Medien einen USADA-Untersuchungsbericht über das Nike Oregon Project zugespielt. Neben Farah und Rupp gehörte unter anderem auch 1500-Meter-Olympiasieger Matthew Centrowitz (USA) dazu.

Salazar wird in dem Bericht beschuldigt, auf gefährliche Weise die Leistung seiner Athleten gesteigert zu haben. Demnach sei es "nahezu sicher", dass der frühere Marathon-Star gegen Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen habe.

Sowohl Farah als auch Salazar hatten jegliche Vorwürfe zurückgewiesen. "Ich bin ein sauberer Athlet, habe niemals die Regeln gebrochen", hatte Farah in einer Stellungnahme mitgeteilt.

Klosterhalfen trainiert seit 2018 in den USA und feierte seitdem erstaunliche Erfolge. Dem aufkommenden Misstrauen (lesen Sie hier  mehr über Klosterhalfens Entwicklung und die Zweifel daran) begegnete sie in den vergangenen Monaten offensiv-verständnisvoll. "Wer negativ darüber redet, soll sich vor Ort ein eigenes Bild machen", sagte Klosterhalfen. Sie verweist auf optimales und innovatives Training, beste Bedingungen für die Athleten, ein Rundum-Sorglos-Paket eben: "Oregon war ein wichtiger Schritt, ein Glücksfall für mich." Interessant wird sein, wie sie sich am Rande ihres WM-Laufs zu den neuen Entwicklungen äußern wird.

krä/sid/dpa
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