Leichtathletik Berlin erhält Zuschlag für WM 2009

Mit 24 von 26 Stimmen ist die deutsche Hauptstadt als klarer Sieger bei der Vergabe der 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 hervorgegangen. Berlin setzte sich in Helsinki gegen die Mitbewerber aus Valencia und Split durch.


Schauplatz der 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009: das Berliner Olympiastadion
DDP

Schauplatz der 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009: das Berliner Olympiastadion

Helsinki - "Wir gehen in ein großes Leichtathletik-Land, eine Hauptstadt in Europa und der Welt." Mit diesen Worten würdigte der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF), Lamine Diack, die Entscheidung des Council im finnischen Helsinki. Berlin setzte sich mit 24 Stimmen gegen Valencia (2) und das kroatische Split (0) durch.

Nach den Niederlagen von Leipzig bei der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2012 und von Garmisch-Partenkirchen im Kampf um die alpine Ski-WM 2009 folgte ein triumphaler Erfolg der Hauptstadt. "Wir freuen uns, Gastgeber des drittgrößten Ereignisses im internationalen Sport zu sein", sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit.

Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Clemens Prokop, warnte vor der Vergabe noch davor, dass Mitbewerber Valencia sich mit Zusatzleistungen gegenüber dem IAAF in Vorteil bringen wollte. "Man darf sich vom dem Abstimmungsergebnis nicht täuschen lassen. So klar war das nicht abzusehen", erklärte Prokop, "es war sehr viel Arbeit erforderlich. Unser Konzept war wohl sehr überzeugend."

Ein Gewinn für das sportbegeisterte Deutschland

Berlin war vor zwei Jahren bei der Bewerbung um die WM 2005 noch an Helsinki gescheitert, erhielt jetzt als zweite deutsche Stadt nach Stuttgart 1993 den Zuschlag. "Wir werden die Eliteförderung für Olympia 2008 auf 2009 erweitern sowie Talentsuche- und Förderungsmaßnahmen starten", sagte der DLV-Präsident. "Ich sehe die Erfolge unserer Athleten bei der WM 1997 und 1999 auch in Zusammenhang mit dem Effekt der Stuttgarter WM 1993. Diesen Schub müssen wir auch hier nutzen."

Angesichts des Fassungsvermögens von 75.000 Zuschauern hofft der DLV auf einen wirtschaftlichen Erfolg der WM, bereits das Berliner Istaf locket in diesem Jahr 61.500 Menschen in die Sportarena. "Schon im Vorfeld hat sich abgezeichnet, dass Sponsoren ihr Engagement bei einem Zuschlag für Berlin erhöhen werden. Alle sportbegeisterten Menschen müssen davon ausgehen, dass sie eine WM in dieser Sportart in Deutschland wohl nur einmal erleben", sagte Prokop weiter.

Bundesinnenminister Otto Schily hoffte nach Vergabe, dass die deutsche Leichtathletik enorm von der Perspektive WM 2009 profitieren werde. "Nicht nur ein Gewinn für ganz Berlin, sondern für das sportbegeisterte Deutschland insgesamt", so der Minister. "Wir sind überglücklich. Es wäre schon eine arge Enttäuschung gewesen, wenn es wieder nicht geklappt hätte", erklärte der Präsident des Berliner Bewerbungskomitees, Werner Gegenbauer. Zum Komitee gehörten auch die Olympiasiegerinnen Ulrike Nasse-Meyfarth und Heike Drechlser sowie der in Berlin lebende frühere 200-m-Weltmeister Frankie Fredericks aus Namibia.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.