Leichtathletik "Butch" Reynolds tritt ab

Der langjährige 400-Meter-Weltrekordhalter Harry "Butch" Reynolds hat seine Laufschuhe und damit auch seine Dopingvergangenheit an den Nagel gehängt.


Butch Reynold im 400-Meter-Halbfinale der Olympischen Spiele von Atlanta 1996
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Butch Reynold im 400-Meter-Halbfinale der Olympischen Spiele von Atlanta 1996

Akron - Der US-Amerikaner Reynolds, der bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul Gold mit der 4x400-Meter-Staffel und Silber auf der Einzelstrecke gewann, hielt elf Jahre lang den Weltrekord. Aufgestellt hatte Reynolds ihn am 17. August 1988 in Zürich, als er von seinem Landsmann Lee Evans bei den Olympischen Spielen 1968 gelaufenen 43,86 auf 43,29 Sekunden drückte. Erst 1999 gelang Michael Johnson (ebenfalls USA) bei den Weltmeisterschaften in Sevilla ein Verbesserung auf die heute gültige Bestzeit von 43,18 Sekunden.

Reynolds aber sorgte nicht nur mit Rekorden, sondern auch als Dopingsünder für Schlagzeilen. Der dreimalige Staffel-Weltmeister war vom Leichtathletik-Weltverband IAAF für zwei Jahre gesperrt worden, nachdem er im August 1990 bei einem Meeting in Monte Carlo positiv auf Nandrolon getestet worden war. Reynolds prozessierte gegen die Sperre und bekam durch ein Gericht 27,3 Millionen Dollar als Schadensersatz zugesprochen. Das Geld brauchte die IAAF aber nie auszuzahlen, da der "Dopingfall bei einer Veranstaltung in Europa passiert sei", wie es in der Begründung eines höheres US-Gerichtes im Mai 1994 hieß.

Reynolds durfte 1992 wieder an den amerikanischen Olympia-Ausscheidungen teilnehmen. Als Fünfter qualifizierte er sich lediglich für die Staffel, wo er dann nicht zum Einsatz kam. Vier Jahre später in Atlanta schied der Hallen-Weltmeister von 1993 im Halbfinale mit einem Oberschenkelkrampf aus. Letztmals startete Reynolds bei den Olympia-Trials im Juli in Sacramento, wo er allerdings als Letzter im Halbfinale gescheitert war.



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