Semenya siegt über 2000 Meter "Sie reden weiter, ich gewinne weiter"

Caster Semenya wehrt sich weiter gegen Testosteron-Grenzwerte in der Leichtathletik, tritt aber trotzdem vorerst nicht mehr über ihre Paradedisziplin an. In Paris erklärte sie, warum.
Caster Semenya wehrt sich weiter gegen Testosteron-Grenzwerte

Caster Semenya wehrt sich weiter gegen Testosteron-Grenzwerte

Foto: Geoffroy van der Hasselt / AFP

"Sie reden weiter, ich gewinne weiter, ist das nicht schön?": Caster Semenya hat das erste Rennen nach ihrem Teilerfolg im Streit mit dem internationalen Leichtathletikverband gewonnen - und mit Häme gegen die IAAF reagiert. Beim Elite-Meeting im Pariser Vorort Montreuil lief Semenya, eigentlich 800-Meter-Läuferin, am Dienstag über die ungewohnten 2000 Meter vor den äthiopischen Talenten Hawi Feysa und Adanech Anbesa ins Ziel. Der Sieg über die nicht-olympische Distanz ist ein erstes Zeichen dafür, dass Semenya auch über längere Distanzen mithalten kann.

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"Ich kann an jedem Wettkampf teilnehmen. Egal, ob 100 Meter oder 200 Meter. Egal, ob Weitsprung oder Siebenkampf. Ich bin talentiert, deshalb mache ich mir keine Sorgen", sagte die 28-Jährige nach ihrem Sieg. "Auch wenn ich mich von den 800 Metern zurückziehen muss, ist es egal. Ich habe alles gewonnen, was ich mir erhofft habe. Wenn ich den Wettbewerb wechseln muss, okay, warum nicht?"

Semenya wehrt sich gegen IAAF-Regel

Anfang Mai war eine Regel der IAAF in Kraft getreten, wonach für Mittelstreckenläuferinnen Testosteron-Grenzwerte gelten sollen. Ansonsten werde der Wettbewerb beschädigt, meint die IAAF.

Semenya wehrt sich gegen diese Regel, hatte sich aber dennoch für das 2000-Meter-Rennen angemeldet, um auf jeden Fall starten zu können. Nachdem der internationale Sportgerichtshof Cas die IAAF-Regel bestätigt hatte, zog Semenya vor das Schweizer Bundesgericht. Dort errang Semenya einen Teilerfolg. Anfang Juni entschied das Gericht, dass die Grenzwerte vorläufig ausgesetzt werden müssen. Deswegen hätte Semenya in Paris eigentlich auch über 800 Meter starten dürfen.

Warten auf das Urteil der letzten Instanz

"Ich treffe meine eigenen Entscheidungen. Ich verändere mich nicht wegen anderer Menschen. Für diesen Monat ist es der Plan, die 2000 Meter und 3000 Meter zu laufen. Das ist der Plan, und den werde ich nicht ändern", sagte Semenya. Ende Juni will sie beim Diamond-League-Meeting in Stanford in den USA über 3000 Meter starten.

Am 25. Juni wird das Bundesgericht - die letzte Instanz - entscheiden, ob die Regel wieder in Kraft tritt oder weiterhin ausgesetzt bleibt. Sollten die Richter nicht der Sicht der IAAF folgen, gilt es als wahrscheinlich, dass Semenya auch bei der WM in Katar Ende September über 800 Meter starten darf - und zwar, ohne ihren Testosteronwert mit Medikamenten senken zu müssen.

ptz/sid
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