Leichtathletik Dramatisches Finish von Frank Busemann

Im 13. Zehnkampf seiner Karriere zog sich Frank Busemann eine schwere Ellenbogenverletzung zu, erfüllte am Ende aber noch ganz knapp die WM-Norm.


Frank Busemann auf dem Flug nach Edmonton
DPA

Frank Busemann auf dem Flug nach Edmonton

Ratingen - Durch die beim Speerwerfen erlittene Ellenbogenverletzung kam Frank Busemann fast vom WM-Kurs, feierte aber nach dem abschließenden 1500-Meter-Lauf mit erhobener Faust ein nicht mehr für möglich gehaltenes Happyend.

Mit Platz zwei und 8192 Punkten beendete der Leverkusener seine Zitterpartie nur zwölf Zähler über dem WM-Richtwert und buchte damit das Ticket zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Edmonton (3. bis 12. August), das sich Stefan Schmid bei der Wiederholung seines Vorjahressieges mit 8287 Zählern souverän sicherte.

Von Schmerzen gepeinigt


Angesichts der dramatischen Minuten um Busemann rückte die WM-Fahrkarte für die Siebenkämpferin Karin Ertl nach deutscher Jahresbestleistung von 6433 Punkten sowie das WM-Ticket für den jungen Aufsteiger Sebastian Knabe (Halle/8151), der sich über die B-Norm qualifizierte, ein wenig in den Schatten. "Alles lief so schön rund. Ich war locker und ohne Druck. Das war zunächst das Erfolgsgeheimnis", meinte Busemann, der nach dem dritten Versuch des Speerwurfs vom Schmerz gepeinigt zusammenbrach und erst nach ärztlicher Behandlung zum abschließenden Lauf antreten konnte.

"Es ist eine schwerwiegende Sache. Erst ein Kernspin wird Aufschluss darüber geben, wie stark die Sehne im Ellbogen betroffen ist", sagte der deutsche Mehrkampfarzt Heinz Birnesser (Freiburg).

Zuvor war für Busemann fast alles nach Plan verlaufen. "Jetzt kann es bald wieder abgehen", hatte der 26-Jährige noch vor dem verhängnisvollen Speerwurf erklärt. Nach dem spätem Einstieg in die Vorbereitung und einem Muskelfaserriss im März meisterte er sogar seine Problemdisziplin Diskuswurf mit Bravour.

Schwächen in den Laufdisziplinen


Dort, wo ihm bei Olympia in Sydney (8351) mit 33,71 Meter die Nerven versagt hatten, führte er mit dem zweitbesten Wurf innerhalb eines Zehnkampfs (44,37) die Vorentscheidung im Kampf um die WM-Fahrkarte herbei. Zwar waren seine angekündigten Defizite im konditionellen Bereich vornehmlich über 400 Meter (50,62) und in seiner einstigen Paradedisziplin 110-Meter-Hürden (14,21) unübersehbar, doch sowohl im Hochsprung (2,04 Meter) als auch mit dem Stab (4,96 Meter) deutete er große Reserven an.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.