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Jelena Issinbajewa: Putins treue Jüngerin

Foto: FRANCK FIFE/ AFP

Stabhochsprung-Weltmeisterin Issinbajewa verteidigt Putins Anti-Homosexuellen-Gesetz

Jelena Issinbajewa gewann in Moskau WM-Gold, jetzt hat der Stabhochsprung-Star klar Stellung zum Anti-Homosexuellen-Gesetz der russischen Regierung bezogen - und den Kurs Wladimir Putins verteidigt: "Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt."

Hamburg - Jelena Issinbajewa fürchtet um die Zukunft Russlands. Einer der Gründe: Homosexualität. Die russische Goldmedaillengewinnerin im Stabhochsprung bei der Leichtathletik-WM in Moskau äußerte sich zum Anti-Homosexuellen-Gesetz in ihrem Land: "Wenn wir all diese Dinge auf unseren Straßen zulassen, würden wir Angst um unsere Nation haben", sagte die 31-Jährige, die als Unterstützerin des Präsidenten Wladimir Putin gilt.

"Wir verstehen uns als traditionelles Volk", sagte Issinbajewa am Rande der WM, wo sie am Dienstag ihren dritten WM-Titel gewonnen hatte. Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt. "Dies ergibt sich aus der Geschichte. Ich hoffe, dass dieses Problem nicht die Olympischen Winterspiele in Sotschi belastet", so die Weltrekordhalterin (5,06 Meter).

"Wir sind vielleicht anders als die Europäer"

Kritische Aktionen gegen das Gesetz nannte Issinbajewa "nicht respektvoll gegenüber unseren Menschen und Sportlern. Wir sind Russen, wir sind vielleicht anders als die Europäer, aber wir setzen unsere Regeln nicht über ihre. Ich unterstütze unsere Regierung."

Zuletzt hatte der amerikanische Mittelstreckenläufer Nick Symmonds als erster Leichtathlet die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland öffentlich kritisiert. Symmonds widmete seine Silbermedaille über 800 Meter seinen schwulen und lesbischen Freunden in der Heimat. Einige Sportlerinnen lackierten ihre Fingernägel in den Farben des Regenbogens - dem Symbol der Homosexuellen-Bewegung.

Per Gesetz steht seit Juni in Russland die Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe. Das von Staatspräsident Putin unterzeichnete Gesetz hatte in den vergangenen Wochen international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands aufkommen lassen. Es wurden gar Forderungen nach einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 laut. Der Fußball-Weltverband Fifa forderte Russland, das 2018 auch die Fußball-WM ausrichtet, zu einer Klarstellung auf. Die Zuschauer sollten die WM als "tolles Turnier, unabhängig von sexueller Orientierung" erleben, so die Forderung der Fifa.

luk/sid/dpa
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