Leichtathletik Marathon-Kläger Baumann

Dieter Baumann lässt nicht locker. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt will sich der wegen Dopings gesperrte Olympiasieger das Startrecht für den Marathon in Hamburg erstreiten.


Dieter Baumann: Start in Hamburg?
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Dieter Baumann: Start in Hamburg?

Frankfurt - Der vom Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) suspendierte Läufer kämpft im Berufungsprozess am Mittwoch in der Außenstelle des OLG Frankfurt in Darmstadt um sein Startrecht.

Erhält Baumann Recht und macht vier Tage später beim Hamburg-Marathon davon Gebrauch, stürzt er die mit 20.000 Teilnehmern zweitgrößte Laufveranstaltung Deutschlands in ein Chaos. Zahlreiche nationale und internationale Topathleten haben für den Fall, dass Baumann startet, ihren Verzicht angekündigt.

Wer gegen Baumann läuft, muss mit einer Sperre rechnen

Die rund 5000 Vereinsläufer müssten wegen des Starts gegen einen Gesperrten ihrerseits mit einem Bann durch die IAAF rechnen. Nach Baumanns gerichtlich erwirktem Start bei der Hallen-DM in Dortmund Ende Februar hatte die IAAF dem 3000-Meter-Läufer Jan Fitschen (Wattenscheid) die Teilnahme bei der Hallen-WM verweigert.

"Entweder der Veranstalter bekommt die finanzielle Klage von Dieter Baumann oder die von 15 internationalen Topathleten. Letzteres kann er sich nicht leisten, dann wäre Hamburg gestorben", umschreibt Marathon-Bundestrainer Wolfgang Heinig das Dilemma der Organisatoren.

"Wir sind sehr gespannt, aber nicht pessimistisch"

Die Abwägung der Interessen eines einzelnen gegenüber denen anderer Sportler dürfte in den Überlegungen des OLG Frankfurt in der Tat eine wesentliche Rolle spielen. Dennoch ist Baumann-Anwalt Michael Lehner "sehr gespannt, aber nicht pessimistisch". Falls Baumann nicht durchkommt, sieht er für seinen Mandanten "in diesem Jahr keine Startmöglichkeit mehr".



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