Leichtathletik-Skandal IOC entzieht Diack die Ehrenmitgliedschaft

Als erste Konsequenz aus dem Doping-Skandal in der Leichtathletik hat Lamine Diack seine Ehrenmitgliedschaft vorläufig verloren. Auch die Aberkennung olympischer Medaillen könnte im Zuge der Aufklärung bald folgen.

Ex-IAAF-Präsident Diack: Ehrenmitgliedschaft beim IOC entzogen
AP/dpa

Ex-IAAF-Präsident Diack: Ehrenmitgliedschaft beim IOC entzogen


Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Lamine Diack nach der jüngsten Korruptionsaffäre in der Leichtathletik vorläufig die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Das erklärte das Komitee in einer Mitteilung. Anschließend ist der 82-jährige Senegalese von seinem Amt als Präsident der International Athletics Foundation (IAF), die dem Leichtathletik-Weltverband IAAF ehrenamtlich assistiert, zurückgetreten. Diack war eines von bis dahin 32 Ehrenmitgliedern des IOC. Von 1999 bis August 2015 war er IAAF-Präsident und soll in dieser Zeit in den Doping-Skandal verwickelt gewesen sein.

"Wir erwarten, dass die IAAF und die Welt-Anti-Doping-Agentur alle nötigen Maßnahmen einleiten, um saubere Athleten zu schützen und Vertrauen zurückzugewinnen", hieß es in der IOC-Mitteilung: "Aufgrund seiner Null-Toleranz-Politik gegen Doping wird das IOC alle notwendigen Maßnahmen und Sanktionen einleiten, Medaillen entziehen und neu vergeben sowie Trainer und Offizielle von künftigen Olympischen Spielen ausschließen." Das IOC forderte die IAAF auf, gegen alle im Bericht der unabhängigen Ermittlungsbehörde genannten Athleten Ermittlungen einzuleiten.

Gegen Diack sowie Gabriel Dolle, den ehemaligen Anti-Doping-Direktor der IAAF, und Diacks persönlichen Anwalt Habib Cissé laufen inzwischen Verfahren der französischen Justizbehörden wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche. Nach Informationen der "Sunday Times" sollen 1,2 Millionen Euro Schmiergelder geflossen sein, damit russische Athleten nicht wegen Dopings gesperrt wurden. Zu den betroffenen Athleten sollen auch ein Gold- sowie ein Silbermedaillengewinner der Leichtathletik-Wettbewerbe der Olympischen Spiele 2012 in London gehören.

Zudem erklärte das IOC in seinem Statement, dass es nach eingehender Prüfung keine Zweifel an der Arbeit des akkreditieren Anti-Doping-Labors während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi gebe. Die unabhängige Ermittlungsbehörde hatte jene infrage gestellt. Das IOC will allerdings die entnommenen Proben für zehn Jahre aufbewahren und nötigenfalls erneut untersuchen.

Zuvor hatte eine unabhängige Kommission der Wada in einem Bericht Beweise für umfassendes Doping und Vertuschungsmaßnahmen im russischen Sport vorgelegt und einen Ausschluss Russlands von allen Wettbewerben gefordert.

aev/sid/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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babylon2209 10.11.2015
1. Diack
Ein Seleganese - auch nicht schlecht
ackergold 11.11.2015
2.
Man wird dem Problem in der Tat nur mit härtester Bestrafung beikommen. Deshalb ist die Null-Toleranz-Politik des IOC absolut richtig. Da kann es keine Kompromisse geben und wenn die WADA Recht hat, dann gibt es auch keine Ausreden. Wenn es erforderlich ist, muss Russland von den Leichtathletik-Wettbewerben bei Olympia ausgeschlossen werden. Da führt dann kein Weg dran vorbei. Kriminelle Machenschaften dieser Art widersprechen der Olympischen Idee ganz fundamental.
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