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23. Februar 2001, 17:23 Uhr

Leichtathletik

Starterlaubnis für Dieter Baumann

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat entschieden, dass der vom Weltverband gesperrte Mittelstreckler Dieter Baumann am Samstag bei der Hallen-DM an den Start gehen kann.

Dieter Baumann will in Dortmund laufen
DPA

Dieter Baumann will in Dortmund laufen

Dortmund - Die vom Oberlandesgericht Frankfurt bestätigte Starterlaubnis für Dieter Baumann für den 3000-Meter-Vorlauf sorgt allerdings möglicherweise für einen großen Konflikt zwischen dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und dem Weltverband IAAF.


Baumann will starten


"Er wird eine Startnummer bekommen", sagte der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Helmut Digel, nach einer Sitzung des Führungsgremiums in Dortmund. Nur der unabhängige Rechtsausschuss des DLV, dessen Vorsitzender Wolfgang Schoeppe dem vom Weltverband wegen Dopings noch bis zum 21. Januar 2002 gesperrten Baumann im Alleingang das Startrecht erteilt hatte, könnte den Auftritt des 36-jährigen Tübingers noch stoppen. Die Entscheidung des dreiköpfigen Gremiums wird frühestens am späten Freitagabend erwartet.

"Ich bin froh, wenn ich die Startnummer habe, dann ist es gelaufen", unterstrich Dieter Baumann seine Bereitschaft zu starten. Die IAAF hatte für den Fall seiner Teilnahme damit gedroht, nach Paragraf 53 ii seines Regelwerks sämtliche Meisterschafts-Teilnehmer zu sperren. "Es gibt aber einen Präzedenzfall, in dem die IAAF nichts unternommen hat. Der US-Läufer Butch Reynolds ist trotz einer internationalen Sperre bei nationalen Meetings gestartet und wurde nicht von der IAAF belangt", berichtete Prokop.


Digel: Kein vorzeitiger Rücktritt


Digel empfahl deshalb den rund 700 gemeldeten Athleten, zu den Titelkämpfen anzutreten. "Im Falle eines Streites mit der IAAF gewähren wir den Athleten Rechtsbeistand und übernehmen die Kosten", kündigte Digel an. Darin schloss er explizit auch Dieter Baumann ein, dessen Rechtsposition er einmal mehr unterstützte. Obwohl er damit immer mehr innerhalb des DLV-Präsidiums in die Defensive und in Gegensatz zu seinem designierten Nachfolger Prokop geraten ist, will er entgegen allen Spekulationen um einen vorzeitigen Rücktritt bis zum Verbandstag am 24. März im bayerischen Wunsiedel weitermachen.

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