Leichtathletik-WM 2005 Gold- und Silbermedaillengewinner gedopt

Die Leichtathletik hat ihren nächsten Dopingskandal: Bei nachträglichen Untersuchungen von Dopingproben der WM 2005 sind insgesamt drei Gold- und zwei Silbermedaillengewinner von Helsinki positiv getestet worden. Welche Strafen ihnen drohen, ist noch unklar. Profitieren könnte ein Deutscher.
Kugelstoßerin Ostaptschuk (Archiv): Auch bei der WM 2005 gedopt

Kugelstoßerin Ostaptschuk (Archiv): Auch bei der WM 2005 gedopt

Foto: Robert Ghement/ dpa

Hamburg - "Unsere Botschaft an die Betrüger ist unmissverständlich klar: Es gibt keinen Platz mehr, sich zu verstecken", sagte IAAF-Präsident Lamine Diack. "Die Nachtests sind der letzte Beweis für die Entschlossenheit der IAAF, Betrüger in unserem Sport zu überführen."

Neben den bereits bekannten Namen, Hammerwerferin Olga Kusenkowa und Weitspringerin Tatjana Kotowa (beide Russland), handelt es sich bei den positiv getesteten Athleten um den dreifachen Hammerwurf-Weltmeister Iwan Tichon, den Zweitplatzierten Wadim Dewjatowski sowie Kugelstoßerin Nadeschda Ostaptschuk (alle Weißrussland). Auch der Weltmeister von 2003 im Kugelstoßen, Andrej Miknewitsch (Weißrussland), wurde überführt.

Welche Strafen gegen die Athleten ausgesprochen werden, ist noch unklar, da die meisten von ihnen nicht mehr aktiv sind. Kugelstoßerin Ostaptschuk ist zurzeit sogar gesperrt, da sie bei den Olympischen Spielen in London positiv auf das anabole Steroid Metenolon getestet wurde und ihre Goldmedaille wieder abgeben musste.

Sollten sich die positiven Tests bestätigen, könnte Hammerwerfer Markus Esser vielleicht doch noch zu einer WM-Medaille kommen. Der Deutsche war 2005 in Helsinki mit 19 Zentimeter Rückstand auf Platz drei Vierter geworden. Ihm winkt bei einem Ausschluss von Tichon und Dewjatowski nun die Silbermedaille hinter dem in Helsinki drittplatzierten Polen Szymon Ziólkowski.

chp/dpa/sid
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