Leichtathletik-WM Beinamputierter Pistorius im Halbfinale ausgeschieden

Oscar Pistorius hat bei der Leichtathletik-WM das Finale über die 400-Meter-Distanz verpasst. Der beinamputierte Läufer wurde im Halbfinale Letzter. Dem deutschen Hammerwerfer Markus Esser fehlten 27 Zentimeter für eine Medaille. Die schnellste Frau der Welt kommt aus den USA.

Leichtathlet Pistorius (l.): Chancenlos im Halbfinale über 400 Meter
REUTERS

Leichtathlet Pistorius (l.): Chancenlos im Halbfinale über 400 Meter


Hamburg - Der beinamputierte 400-Meter-Läufer Oscar Pistorius ist bei der Leichtathletik-WM in Daegu im Halbfinale ausgeschieden. In 46,19 Sekunden wurde der 24-jährige Südafrikaner nur Letzter seines Laufs.

Pistorius ist der erste Läufer der WM-Geschichte, der mit Prothesen bei den Titelkämpfen der Nichtbehinderten an den Start ging. Olympiasieger und Titelverteidiger LaShawn Merrit (USA) erreichte das Finale mit 44,76 Sekunden als Halbfinallauf-Erster. Im Vorlauf hatte er in 44,35 Sekunden eine Weltjahresbestzeit aufgestellt.

Bei den Frauen wurde Amantle Montsho aus Botswana erstmals Weltmeisterin über 400 Meter. Die Außenseiterin gewann am Montag in 49,56 Sekunden vor der Topfavoritin Allyson Felix aus den USA (49,59). Bronze holte die Russin Anastasija Kapatschinskaja (50,24).

Carmelita Jeter ist schnellste Frau der Welt. Die US-Amerikanerin gewann das 100-Meter-Rennen in 10,90 Sekunden. Zweite wurde Veronika Campbell-Brown aus Jamaika in 10,97 Sekunden vor Kelly-Ann Baptiste aus Trinidad und Tobago, die in 10,98 Sekunden die Titelverteidigerin Shelly-Ann Fraser (Jamaika) um eine Hundertstelsekunde auf Platz vier verwies. Die Deutsche Yasmin Kwadwo schied im Halbfinale aus.

Olympiasieger Dayron Robles ist nach seinem Sieg über 110 Meter Hürden disqualifiziert worden. China hatte gegen den Kubaner Protest eingelegt, weil dieser den drittplatzierten Liu Xiang behindert hatte. Dem Protest wurde gemäß der IAAF-Regel 163.2 stattgegeben. Das WM-Gold ging dadurch an den im Rennen zweitplatzierten US-Amerikaner Jason Richardson (13,16 Sekunden), Silber an Liu Xiang (13,27 Sekunden). Als neuer Dritter wird nun der Brite Andrew Turner (13,44 Sekunden) geführt. Der deutsche Willi Mathyszik war zuvor bereits im Halbfinale gescheitert.

Deutsche Kugelstoßerinnen verpassen Medaillen klar

Hammerwerfer Markus Esser hat in Daegu die Bronzemedaille um 27 Zentimeter verpasst. Der 31-Jährige schaffte bei seiner vierten WM-Teilnahme 79,12 Meter und wurde wie bereits 2005 Vierter. Den Titel sicherte sich der 36 Jahre alte Japaner und Olympiasieger von 2004, Koji Murofushi, mit 81,24 Metern vor Krisztian Pars aus Ungarn (81,18 Meter). Dritter wurde der Olympiasieger und Titelverteidiger Primoz Kozmus (Slowenien/79,39 Meter).

Die deutschen Kugelstoßerinnen Nadine Kleinert und Christina Schwanitz haben als Achte und Zwölfte die Medaillenplätze klar verpasst. Die 35 Jahre alte Kleinert, die seit dem Debüt 1997 bereits zum achten Mal an einer WM teilnahm und dabei vier Medaillen gewann, schaffte mit 19,26 Metern zwar Saisonbestleistung. Als Siegerin aber stieß die Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Valerie Adams aus Neuseeland 21,24 Meter. Platz zwei ging an Nadeschda Ostaptschuk (Weißrussland/20,05 Meter) vor Jilian Camarena-Williams (USA/20,02 Meter).

Auch Malte Mohr ist leer ausgegangen. Im Stabhochsprung-Finale übersprang der Hallen-Vizeweltmeister zwar 5,85 Meter, doch in den Kampf um die Medaillen konnte Mohr nicht eingreifen. In einem spektakulären Wettkampf setzte sich der polnische Jahres-Weltbeste Pawel Wojciechowski mit 5,90 Meter vor dem höhengleichen Kubaner Lazaro Borges und dem favorisierten Franzosen Renaud Lavellnie (5,85 Meter) durch. Raphael Holzdeppe und Karsten Dilla waren bereits in der Qualifikation gescheitert.

chp/dapd/dpa



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