Leichtathletik-WM Geher Linke wird Vierter, Brembach bricht zusammen

Der deutsche Geher Christopher Linke hat als Vierter die Bronzemedaille verpasst. Während er Probleme mit der Zeitmessung hatte, kollabierte sein Teamkollege Nils Brembach bei 32 Grad.
Christopher Linke verpasste Bronze, feierte dennoch die beste Platzierung seiner Karriere

Christopher Linke verpasste Bronze, feierte dennoch die beste Platzierung seiner Karriere

Foto: Ibraheem Al Omari/REUTERS

ENTSCHEIDUNGEN

20 Kilometer Gehen, Männer
GOLD: Toshikazu Yamanishi (Japan) - 1:26,34 Stunden
SILBER: Vasiliy Mizinov (Neutraler Athlet) - 1:26,49 Stunden
BRONZE: Perseus Karlström (Schweden) - 1:27,00 Stunden

Topfavorit Toshikazu Yamanishi ist neuer Weltmeister im Gehen. Der Japaner dominierte das Nachtrennen auf den Straßen Dohas souverän, bereits nach zehn Kilometern hatte er sich von der Verfolgertruppe abgesetzt. Christopher Linke verpasste als bester Deutscher die Bronzemedaille. Für den 30-Jährigen ist der vierte Platz die beste Leistung in seiner Karriere. Diese wurde aber zunächst nicht anerkannt, weil es Probleme mit der Zeitmessung gegeben hatte. Während des Rennens hatte er offenbar seine Tracker verloren.

Sein deutscher Teamkollege Nils Brembach hatte dagegen mit den Temperaturen von rund 32 Grad zu kämpfen. Er wurde vor einer Verpflegungsstation langsamer und brach zusammen. Nachdem Helfer Brembach mit Eis gekühlt hatten, wurde er auf einer Trage abtransportiert. Er sei aber auf dem Weg der Besserung, sagte Bundestrainer Ronald Weigel im ZDF. Es seien die schlechtesten Bedingungen gewesen, seit das deutsche Team in Kater angekommen ist, sagte er.

Bereits beim Marathon der Frauen waren Läuferinnen kollabiert. Am Ende waren nur 40 der 68 Starterinnen ins Ziel gekommen. Danach hatte es große Kritik gegeben. Wegen der hohen Temperaturen im Wüstenstaat waren die Ausdauerwettkämpfe in die Nachtstunden gelegt worden. Um diese Uhrzeit herrschen in Katar dennoch Temperaturen um 30 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Hochsprung, Männer
GOLD: Mutaz Essa Barshim (Katar) - 2,37 Meter
SILBER: Mikhail Akimenko (Neutraler Athlet) - 2,35 Meter (drei Fehlversuche)
BRONZE: Ilya Ivanyuk (Neutraler Athlet) - 2,35 Meter (
fünf Fehlversuche)

Mutasz Essa Barshim hat die erste Goldmedaille für das Gastgeberland Katar gewonnen. Im Hochsprung überwand er als einziger Athlet die 2,37-Meter-Marke - das ist Weltjahresbestleistung. Bis dahin waren die russischen Athleten Mikhail Akimenko und Ilya Ivanyuk, die als Neutrale Athleten starten, noch im Rennen. Weil Akimenko insgesamt weniger Fehlversuche sammelte als sein Landsmann, holte er Silber.

Nach den Sprüngen von Barshim war im Khalifa International Stadium großer Jubel zu hören. Bei den großen Entscheidungen zuvor hatte es dagegen war kaum Stimmung aufgekommen. Ein Deutscher Athlet war im Hochsprung nicht am Start.

400 Meter Hürden, Frauen
GOLD: Dalilah Muhammad (USA) - 52,16 Sekunden
SILBER: Sydney McLaughlin (USA) - 52,23 Sekunden
BRONZE: Rushell Clayton (Jamaika) - 53,74 Sekunden

Dalilah Muhammad ist Weltmeisterin über 400 Meter Hürden geworden und hat ihren Weltrekord um vier Hundertstel unterboten. Die Silbermedaille holte ihre 20 Jahre alte ebenfalls favorisierte Landsfrau Sydney McLaughlin. Sie blieb nur knapp über dem Weltrekord.

Dalilah Muhammad

Dalilah Muhammad

Foto: AFP/Jewel SAMAD

400 Meter, Männer
GOLD: Steven Gardiner (Bahamas) - 43,48 Sekunden
SILBER: Anthony José Zambrano (Kolumbien) - 44,15
BRONZE: Fred Kerley (USA) - 44,17 Sekunden

Auch die Bahamas haben das erste Gold bei dieser WM geholt, in Person von Steven Gardiner. Im Duell der Favoriten setzte er sich mit einer neuen nationalen Bestmarke gegen den US-Amerikaner Fred Kerley durch, der nur auf Platz drei kam. Überraschend stieß der Kolumbianer Anthony José Zambrano auf das Treppchen. Weltrekordhalter Wayde van Niekerk aus Südafrika fehlte verletzt.

3000 Meter Hindernislauf, Männer
GOLD: Conseslus Kipruto (Kenia) - 8:01,35 Minuten
SILBER: Lamecha Girma (Äthiopien) - 8:01,36 Minuten
BRONZE: Soufiane El Bakkali (Marokko) - 8:03,76 Minuten

Bei den Hindernisläufern hat eine Hundertstelsekunde über Gold oder Silber entschieden. Auf der Zielgeraden war der Äthiopier Lamecha Girma eigentlich klar in Führung, baute aber immer weiter ab. So kam der kenianische Titelverteidiger Conseslus Kipruto tatsächlich noch heran - und überquerte nahezu zeitgleich mit seinem Konkurrenten die Ziellinie. Erst das Fotofinish kürte Kipruto zum Weltmeister.

Diskuswurf, Frauen
GOLD: Yaime Pérez (Kuba) - 69,17 Meter
SILBER: Denia Caballero (Kuba) - 68,44 Meter
BRONZE: Sandra Perkovic (Kroatien) - 66,72 Meter

Die kubanischen Diskuswerferinnen haben den Wettkampf in Doha dominiert. Weil es die kroatische Olympiasiegerin Sandra Perkovic mit ihrem letzten Wurf verpasste, an ihre Bestmarke heranzukommen, feierte Yaime Pérez den größten Erfolg ihrer Karriere. Die deutsche Starterin Nadine Müller warf sich bei ihrer siebten WM in Folge bis auf den achten Platz, hatte mit den Medaillenentscheidungen aber nichts zu tun.

VORENTSCHEIDUNGEN

4 x 100-Meter-Staffel, Frauen

Die deutsche Staffel um Gina Lückenkemper hat es gerade noch ins Finale geschafft. Das Quartett belegte im zweiten Vorlauf am Freitagabend in 42,82 Sekunden nur den fünften Platz. Lisa-Marie Kwayie, Yasmin Kwadwo, Jessica-Bianca Wessolly und Lückenkemper kamen aber über die Zeit weiter. "Heute haben wir wirklich mal das Glück auf unserer Seite gehabt. Hoffentlich zeigen wir morgen, was wir können", sagte Lückenkemper im ZDF.

Die deutschen Sprinterinnen hoffen im Finale am Samstag (21.05 Uhr/ARD) auf eine Medaille. Nicht einmal die US-Amerikanerinnen (42,21 Sekunden) sind in diesem Jahr schneller gewesen als das DLV-Quartett beim Berliner ISTAF, als es mit 41,67 Sekunden glänzte. "Morgen wird nochmal angegriffen: neuer Tag, neues Glück!", sagte Lückenkemper.

ngo/hba/dpa
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