Leichtathletik-WM Deutsche Sportler mit wenig zufrieden

Trotz anfänglicher Unstimmigkeiten zwischen Athleten und der sportlichen Leitung herrscht Zufriedenheit im Lager der deutschen Sportler. Das liegt nicht nur an den zwei gewonnenen Bronzemedaillen, sondern auch daran, dass noch das eine oder andere Edelmetall folgen könnte.


Speerwerferin Nerius: Probleme gelöst
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Speerwerferin Nerius: Probleme gelöst

Helsinki - Sportdirektor Frank Hensel sah ein Jahr nach dem Olympiafiasko von Athen (nur zweimal Silber) "einen Auftakt nach Maß", der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow versprach, das DLV-Team werde noch "für einige Überraschungen sorgen" und Clemens Prokop sah nach der Präsidentenschelte einiger Athleten den Haussegen wieder gerade gerückt: "Ich sehe das gesamte Problem als gelöst an."

"Ich habe mit Steffi Nerius eine Dreiviertelstunde gesprochen, danach bei der Mannschaftssitzung zu den Athleten", sagte Prokop. In einem Interview hatte die Olympia-Zweite von der LG Bayer Leverkusen Prokop scharf attackiert ("Bei Prokop habe ich überhaupt nicht das Gefühl, dass er sich wirklich für die Leichtathletik interessiert").

Er habe versucht, ihnen nahe zu bringen, welchen zeitlichen Aufwand er für den DLV betreibe und dass er nicht überall präsent sein könne. "Er hat uns versichert, dass er sich sehr für den Verband einsetzt, auch im eigenen Beruf zurücksteckt. Ich denke, er hat es so rübergebracht, dass es jeder versteht", erklärte Siebenkämpferin Karin Ertl (Fürth).

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Prokop wollte eigentlich erst nach dem Speerwurf am Finaltag den Kontakt mit der Hauptkritikerin Steffi Nerius suchen. Die öffentliche Präsidenten-Schelte der Olympiazweiten verstärkt hatten die ehemalige Weltmeisterin und WM-Rekordteilnehmerin Franka Dietzsch (Neubrandenburg), die am Dienstag auf eine Diskusmedaille hofft, sowie die Hürden-Weltranglistenfünfte Kirsten Bolm (Mannheim). Sie warfen Prokop Profilierungssucht (Nerius) und zu viel Distanz zu den Athleten vor.

Sportlich blickt Mallow nach dem Start ohne Ausfälle in den Vorkämpfen und fast ausnahmslos Resultaten im Bereich der Vorleistungen optimistisch den sechs letzten Wettkampftagen entgegen. Neben Nerius, Dietzsch und der Kugelstoß-Olympiazweiten Nadine Kleinert (Magdeburg/Samstag) könnten auch noch andere im Medaillenbereich landen. Möglicherweise ein Stabhochspringer um Tim Lobinger (Köln/Mittwoch), Chancen haben neben Bolm am Donnerstag über 200 Meter noch Tobias Unger sowie die Hammerwerferinnen am Freitag.



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