Leichtathletik-WM Harting erreicht Finale, Oeser auf Medaillen-Kurs

Mit nur einem Wurf hat Diskuswerfer Robert Harting das Finale bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Daegu erreicht. Jennifer Oeser startete im Siebenkampf gut, Georg Fleischhauer lief über 400 Meter Hürden neue persönliche Bestzeit.

Diskuswerfer Harting: Fünftbeste Weite in der Qualifikation
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Diskuswerfer Harting: Fünftbeste Weite in der Qualifikation


Hamburg - Titelverteidiger Robert Harting hat mit nur einem Wurf auf 64,93 Meter das Finale im Diskuswerfen bei der Leichtathletik-WM in Daegu erreicht. Damit erzielte der 26-Jährige die fünftbeste Weite in der Qualifikation, kein Starter übertraf die eigentlich für den Einzug in das Finale am Dienstag (12.55 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) geforderten 65,50 Meter.

"Das war nicht gut, aber auch nicht schlecht. Im Finale muss ich auf alle Fälle mehr Gas geben", sagte Robert Harting, der sein an der Patellasehne entzündetes, linkes Knie mit drei Spritzen ruhig stellen ließ. "Mein Knie habe ich gar nicht gemerkt. Das war vielleicht der Fehler." Obwohl seine im ersten Versuch erzielten 64,93 Meter unter der vom Weltverband IAAF eigentlich geforderten Finalnorm lagen, packte Harting vorzeitig seine Sachen. "Mir ist es viel zu warm geworden. Die Erfahrung sagt mir, dass es reicht. Wenn nicht, ist es eben peinlich." Es reichte.

Bester Werfer war Vizeweltmeister Piotr Malachowski aus Polen mit 65,48 Metern. Der Weltjahresbeste Zoltan Kövago (Ungarn/62,16 Meter) schied ebenso aus wie die beiden anderen deutschen Teilnehmer Martin Wierig (61,68) und Markus Münch (60,80).

Oeser auf Rang vier, Uliczka gestürzt

Vize-Weltmeisterin Jennifer Oeser liegt nach zwei Disziplinen des Siebenkampfes auf Platz vier. Nach 13,33 Sekunden über die 100 Meter Hürden übersprang die 27-Jährige im dritten Hochsprung-Versuch 1,83 Meter und hat nach dieser Saisonbestleistung insgesamt 2091 Punkte. Damit liegt Oeser hinter der Olympia-Zweiten Hyleas Fountain aus den USA (2228 Punkte), der britischen Titelverteidigerin Jessica Ennis (2187) und Tatjana Tschernowa aus Russland (2093).

Lilli Schwarzkopf liegt nach zwei Disziplinen mit 2006 Punkten auf Rang 14, Julia Mächtig ist 22. mit 1935 Punkten. In der Abendsession sind die Athletinnen noch im Kugelstoßen und über 200 Meter gefordert.

Mit einer neuen persönlichen Bestzeit ist 400-Meter-Hürden-Läufer Georg Fleischhauer ins Halbfinale eingezogen. Der 22-Jährige wurde in seinem Vorlauf in 48,72 Sekunden Dritter. Zuvor war er nie schneller als 49,50 Sekunden gelaufen. "Es ist überwältigend. Ich hätte niemals gedacht, dass ich in diesem Jahr so schnell rennen kann. Mit einer tiefen 49, vielleicht 49,10, wäre ich zufrieden gewesen und im Halbfinale", sagte Fleischhauer. Nun kann er als erster Deutscher seit Harald Schmid vor 24 Jahren den Endlauf erreichen.

Überraschend ausgeschieden im Vorlauf über 3000 Meter Hindernis ist Steffen Uliczka. Der 27-Jährige wurde im ersten von drei Vorläufen in 8:37:35 Minuten nur Zehnter. Uliczka hatte nach einem Sturz an einer Hürde den Anschluss ans Feld verloren. "Meine Beine waren so gut, ich hätte das Finale schaffen können. Und dann bin ich plötzlich in die Hürde gerannt. Da lag ich. Mein Fehler", sagte er.

Hürdensprinter Willi Mathiszik ist im Halbfinale ausgeschieden. Der 27-Jährige kam im ersten Lauf über 110 Meter in 13,81 Sekunden nur auf den letzten Platz. Mit der schnellsten Zeit qualifizierte sich der Amerikaner Jason Richardson (13,11) für das Finale. Auch für Yasmin Kwadwo war im Halbfinale Schluss. Die Sprinterin kam in der Vorschlussrunde über die 100-Meter-Distanz bei Gegenwind in 11,54 Sekunden als Siebte ins Ziel. Leena Günther war als Vorlauffünfte in 11,36 Sekunden bereits in der ersten Runde ausgeschieden.

leh/dpa/sid



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