Leichtathletik-WM Hindernisläufer positiv getestet

Die Leichtathletik-WM in Berlin hat ihren ersten Dopingbefund: Der marokkanische Hindernisläufer Jamal Chatbi ist positiv auf Clenbuterol getestet worden - bei einer Trainingskontrolle. Vorerst keine Aufklärung gibt es im Fall dopingverdächtiger Sprinter aus Jamaika.

Hindernisläufer Chatbi (r.): Positive A-Probe nach einer Trainingskontrolle
AFP

Hindernisläufer Chatbi (r.): Positive A-Probe nach einer Trainingskontrolle


Hamburg - Chatbi sei positiv auf Clenbuterol getestet worden, das zur Behandlung von Asthma eingesetzt wird, gab der marokkanische Verband am Dienstagabend bekannt. Wenige Minuten später sollte der 25-Jährige eigentlich im Finale über 3000 Meter Hindernis antreten.

Chatbi hatte in seinem Vorlauf am Sonntag in 8:20,26 Minuten Platz zwei belegt. Die Bestzeit des Athleten steht bei 8:08,86 und stammt vom 12. Juli dieses Jahres. Der Start bei der WM in Berlin ist Chatbis erster großer internationaler Einsatz. Zuvor war er nur bei der Cross-WM 2008 (30. Platz) am Start, gewann vor kurzem aber den Titel bei den Mittelmeer-Spielen im italienischen Pescara. Bislang ist nur die A-Probe von Chatbi analysiert. Die B-Probe steht aus.

Clenbuterol wird in Europa illegal in der Kälbermast eingesetzt. Obwohl es kein Anabolikum ist, hat Clenbuterol muskelaufbauende Wirkung und steht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Vor Chatbi gab es bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften insgesamt 56 Dopingfälle.

IAAF: Jamaika sollte auf den Einsatz dopingverdächtiger Athleten verzichten

Keine Aufklärung wird es im Fall dopingverdächtiger Sprinter aus Jamaika vor dem Ende der WM geben. Das Berufungsgericht der Anti-Doping-Agentur (Jadco) der Karibikinsel sollte ursprünglich am vergangenen Montag tagen, um über die Freisprüche der fünf bei den nationalen Meisterschaften positiv auf ein Stimulanzmittel getesteten Läufer zu entscheiden. "Das Panel ist nicht zusammengetreten. Die vorgesehenen Richter sind im Urlaub", erklärte Pierre Weiss, Generalsekretär des Weltverbandes IAAF am Dienstag. "Solange wir die Entscheidung nicht haben, können wir sie nicht suspendieren."

Theoretisch könnten damit die des Dopings beschuldigten Yohan Blake, Marvin Anderson, Lansford Spence, Allodin Fothergill und Sheri-Ann Brooks für ihr Land in den Staffel-Wettbewerben eingesetzt werden. Die Vorläufe über 4x100 Meter, für die Anderson und Blake infrage kämen, beginnen am Freitag. Blake gehört dem "Racers Track Club" von Weltmeister Usain Bolt an, der die jamaikanische Staffel bei den Olympischen Spielen 2008 zu Gold und Weltrekord geführt hatte. Die Meldefrist für die Sprint-Staffel bei der WM endet am Donnerstag - allerdings können die Namen bis eine Stunde vor dem Vorlauf angegeben werden.

"Die fünf Athleten sind nicht in Berlin", sagte Weiss. Wenn sie für Jamaika bei der WM an den Start gingen, würde es nachträglich Konsequenzen haben. "Entscheidet das Berufungsgericht, dass sie gedopt haben, werden wir sie disqualifizieren und ihre Medaillen aberkennen", sagte Weiss. "Dann würde Jamaika auch eine mögliche Goldmedaille verlieren." Bei den Peking-Spielen waren Bolt, Asafa Powell, Nesta Carter und Michael Frater zum Olympiasieg gerannt.

wit/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.