Leichtathletik-WM IAAF-Präsident will Proteste in Katar erlauben

Die Vergabe der Leichtathletik-WM nach Doha ist umstritten. Der Präsident des Weltverbands will Sportlerproteste während der WM zumindest nicht verbieten.

IAAF-Präsident Sebastian Coe möchte die IAAF als diskriminierungsfrei darstellen
USA TODAY Sports/ REUTERS

IAAF-Präsident Sebastian Coe möchte die IAAF als diskriminierungsfrei darstellen


Der Präsident des Leichtathletik-Weltverbands IAAF, Sebastian Coe, will sich nicht gegen eventuelle Proteste im Zuge der Leichtathletik-WM (27. September bis 6. Oktober) in Katar stellen. Der frühere 800-Meter-Weltrekordler sehe sich "nicht in der Gemütslage, um Stimmen zum Schweigen zu bringen", sagte er der BBC.

Proteste von Sportlern und Zuschauern könnten sich unter anderem gegen die Ächtung von Homosexualität in dem arabischen Land richten. Auch freie Meinungsäußerung ist dort nicht garantiert, zudem steht das Land wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik.

"Sport schiebt Dinge positiv an"

"Wir sind ein Sport, der darauf beruht, zutiefst diskriminierungsfrei zu sein", sagte der IAAF-Präsident. "Es gibt eine Zeit und einen Ort, um Meinungen klar zu äußern.

Coe verteidigte aber auch die Wahl Dohas als Austragungsort, die noch unter seinem Vorgänger Lamine Diack vorgenommen worden war. "Ich habe noch nie eine Situation erlebt, in der Sport, der ein neues Territorium betritt, nicht die Dinge in sozialer, kultureller und politischer Hinsicht auf positive Art angeschoben hat", sagte der 62-Jährige.

svs/sid



insgesamt 2 Beiträge
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schueler79 20.09.2019
1. Politisieren
Wir leben leider in einer Zeit wo einfach alles politisiert wird. Es erfüllt mich mit Unbehagen wenn dies sogar von wichtigen Entscheidungsträgern in der Öffentlichkeit so kommuniziert wird. Natürlich wünscht man sich auf der Welt Chancengleichheit, kein Rassismus oder freie Meinungsäußerung usw., aber warum kann man nicht den Sport einfach mal Sport sein lassen? Man möchte doch auch mal abschalten und einfach sich dem sportlichen Wettbewerb widmen ohne irgendwelche Zusatzgedanken. Das muss doch möglich sein. Meine Meinung.
sh.stefan.heitmann 20.09.2019
2. Wir sind ein Sport, der darauf beruht, zutiefst diskriminierungsfrei
....nein sind sie nicht, sonst würde nicht Doha veranstaltet.
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