Leichtathletik-WM US-Sprinter gewinnen Staffelgold, Zentimeterentscheidung beim Kugelstoßen

Die Sprinter haben bei der Leichtathletik-WM für das nächste Highlight gesorgt. Die US-Staffel der Männer beeindruckte, die deutschen Frauen um Gina Lückenkemper verpassten eine Medaille.
Gemeinsam bejubelten die US-Staffeln ihre Medaillen

Gemeinsam bejubelten die US-Staffeln ihre Medaillen

Foto: YAHYA ARHAB/EPA-EFE/REX

4x 100 Meter, Männer
GOLD: USA - 37,10 Sekunden
SILBER: Großbritannien - 37,36 Sekunden
BRONZE: Japan - 37,43 Sekunden

In Bestbesetzung hat die US-Sprintstaffel der Männer bei der Leichtathletik-WM in Doha Gold gewonnen. 100-Meter-Weltmeister Christian Coleman, Justin Gatlin, Michael Rodgers und 200-Meter-Weltmeister Noah Lyles rannten mit Weltjahresbestleistung zum Titel. Für die USA war es der erste WM-Erfolg in der Sprintstaffel der Männer seit Osaka 2007. Die Besetzung wirft einen Schatten auf den US-Erfolg: Gatlin und Rodgers mussten bereits Dopingsperren absitzen, Coleman war trotz drei verpasster Dopingtests im Vorfeld der WM nicht gesperrt worden - lediglich Lyles ist unbelastet.

4 x 100 Meter, Frauen
GOLD: Jamaika - 41,44 Sekunden
SILBER: Großbritannien - 41,85 Sekunden
BRONZE: USA - 42,10 Sekunden

Die deutsche 4 x 100-Meter-Staffel der Frauen hat die erhoffte Medaille verpasst. Das Quartett mit Lisa-Marie Kwayie, Yasmin Kwadwo, Jessica-Bianca Wessolly und Gina Lückenkemper belegte am Samstagabend in 42,48 Sekunden den fünften Platz. Die deutschen Athletinnen hatten sich im Halbfinale bei der Staffelübergabe schwergetan und sich nur über die Zeit für das Finale qualifiziert. Die deutsche Meisterin Tatjana Pinto war wegen einer Knieverletzung schon im Vorlauf nicht dabei gewesen und konnte auch am Finale nicht teilnehmen.

WM-Gold gewann die Staffel Jamaikas in der Jahresweltbestzeit von 41,44 Sekunden vor Großbritannien (41,85) und Titelverteidiger USA (42,10). Die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce ist nach Allyson Felix und Usain Bolt die dritte Athletin, die mehr als neun WM-Titel gewonnen hat.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kugelstoßen, Männer
GOLD: Joe Kovacs (USA) - 22,91 Meter
SILBER: Ryan Crouser (USA) - 22,90 Meter
BRONZE: Tomas Walsh (Neuseeland) - 22,90 Meter

Das Finale begann mit Wucht: Der US-Amerikaner Ryan Crouser stieß die Kugel gleich im ersten Versuch auf 22,36 Meter zum WM-Rekord. Doch der hatte nicht lange Bestand, denn Tomas Walsh verbesserte den Rekord nur wenige Minuten später auf 22,90 Meter. Es dauerte bis zum letzten Versuch, dann landete der US-Amerikaner Joe Kovacs einen spektakulären Stoß. Seine Kugel landete bei 22,91 Metern - mit einem Zentimeter Abstand wurde er Weltmeister. Noch nie hatten in einem WM-Finale vier Männer über 22 Meter gestoßen.

Joe Kovacs wurde Weltmeister

Joe Kovacs wurde Weltmeister

Foto: REUTERS/Dylan Martinez

1500 Meter, Frauen
GOLD: Sifan Hassan (Niederlande) - 3:51,95
SILBER: Faith Kipyegon (Kenia) - 3:54,22
BRONZE: Gudaf Tsegay (Äthiopien) - 3:54,38

Eine halbe Runde vor Schluss schaute sich Sifan Hassan schon um, als sie dem Feld enteilte. Doch die Niederländerin musste sich keine Sorgen machen, keine Konkurrentin konnte ihrem Angriff folgen. Hassan gewann das Rennen mit WM-Rekord. Die Zweitplatzierte Faith Kipyegon lief in einem schnellen Rennen kenianische Bestzeit, die Äthiopierin Gudaf Tsegay persönliche Bestleistung.

Dreisprung, Frauen
GOLD: Yulimar Rojas (Venezuela) - 15,37 Meter
SILBER: Shanieka Ricketts (Jamaika) - 14,92 Meter
BRONZE: Caterine Ibargüen (Kolumbien) - 14,73 Meter

Yulimar Rojas aus Venezuela hat ihren Weltmeistertitel im Dreisprung erfolgreich verteidigt. Die 23-Jährige setzte sich souverän vor Shanieka Ricketts aus Jamaika durch. Olympiasiegerin Caterine Ibargüen, die 2013 und 2015 WM-Gold geholt hatte, kam mit 14,73 Metern auf Platz drei.

Rojas, die in ihrer spanischen Wahlheimat beim Leichtathletik-Team des FC Barcelona unter Vertrag steht, war als klare Favoritin in den Wettbewerb gegangen. Anfang September hatte sie den Weltrekord von Inessa Krawez (Ukraine/15,50) aus dem Jahr 1995 um neun Zentimeter verpasst.

5000 Meter, Frauen
GOLD: Hellen Obiri (Kenia) - 14:26,72
SILBER: Margaret Chelimo Kipkemboi (Kenia) - 14:27,49
BRONZE: Konstanze Klosterhalfen (Deutschland) - 14:28,43

Konstanze Klosterhalfen hat bei der Leichtathletik-WM in Doha Bronze über 5000 Meter gewonnen. Die 22-Jährige wurde im Finale Dritte hinter der Kenianerin Hellen Obiri, die ihren WM-Titel verteidigte, und deren Landsfrau Margaret Chelimo Kipkemboi. Mehr zu ihrem Erfolg lesen Sie hier.

Was sonst geschah...

  • Gold-Favoritin Malaika Mihambo hat das Weitsprung-Finale erreicht. Die 25 Jahre alte Europameisterin sprang im ersten Versuch 6,98 Meter und übertraf damit die zum Einzug in die Medaillenentscheidung geforderten 6,75 Meter deutlich. Das Finale findet am Sonntag um 18.15 Uhr statt.
  • Aus dem Quartett der deutschen Weltklasse-Speerwerfer schafften nur Titelverteidiger Johannes Vetter und Julian Weber den Einzug in den Medaillenkampf. Olympiasieger Thomas Röhler blieb in der Qualifikation mit nur 79,23 Meter ebenso auf der Strecke wie der EM-Zweite Andreas Hofmann mit 80,06 Metern. Für das Finale am Sonntag um 18.55 Uhr hätten sie 84 Meter werfen müssen.
ptz/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.