Leichtathletik-WM Vetter wirft den Speer zu Bronze

Mitfavorit Johannes Vetter hat am Schlusstag der Leichtathletik-WM für die sechste deutsche Medaille gesorgt. Der Titelverteidiger im Speerwurf musste sich diesmal mit Bronze begnügen.

Titelverteidiger Johannes Vetter gewinnt Bronze
Patrick Smith Getty Images

Titelverteidiger Johannes Vetter gewinnt Bronze


Speerwurf Männer:
GOLD: Anderson Peters (Grenada)
SILBER: Magnus Kirt (Estland)
BRONZE: Johannes Vetter (Deutschland)

Im drittletzten Wettbewerb der Leichtathletik-WM gab es noch einmal eine Medaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband: Johannes Vetter wurde Speerwurf-Dritter. Der 26-Jährige musste sich mit 85,37 m dem neuen Weltmeister Anderson Peters aus Grenada (86,89) sowie dem Esten Magnus Kirt (86,21) geschlagen geben und verpasste damit die Chance, als zweiter Speerwerfer nach dem Tschechen Jan Zelezny (1993 und 1995) seinen Titel erfolgreich zu verteidigen.

Julian Weber (Mainz) kam mit 81,26 m auf Platz sechs. Olympiasieger Thomas Röhler (Jena) und der deutsche Meister Andreas Hofmann (Mannheim) waren am Samstag in der Qualifikation ausgeschieden.

1500 Meter Männer
GOLD: Timothy Cheruyiot (Kenia)
SILBER: Taoufik Makhloufi (Algerien)
BRONZE: Marcin Lewandowski (Polen)

Der Kenianer Timothy Cheruiyot hat bei der Leichtathletik-WM in Doha überlegen Gold über 1500 m gewonnen. Der 23-Jährige setzte sich in hochklassigen 3:29,26 Minuten mit dem größten Vorsprung der Weltmeisterschafts-Geschichte über diese Distanz vor Taoufik Makhloufi (Algerien/3:31,38) durch. Bronze ging an Polens EM-Zweiten Marcin Lewandowski (3:31,46).

Doppel-Europameister Jakob Ingebrigtsen (Norwegen) wurde Vierter, Olympiasieger Matthew Centrowitz (USA) belegte nur Rang acht. Amos Bartelsmeyer (Frankfurt) war im Halbfinale ausgeschieden. Titelverteidiger Elijah Manangoi (Kenia) hatte seinen Start verletzungsbedingt abgesagt.

10.000 Meter Männer
GOLD: Joshua Cheptegei (Uganda)
SILBER: Silber: Yomif Kejelcha (Äthiopien)
BRONZE: Rhonex Kipruto (Kenia)

Joseph Cheptegai aus Uganda hat bei der Leichtathletik-WM in Doha Gold über 10.000 m gewonnen. Der Vizeweltmeister von London 2017 setzte sich über die 25 Stadionrunden am Abschlusstag der Titelkämpfe in der Jahresweltbestzeit von 26:48,36 Minuten vor Yomif Kejelcha (Äthiopien/26:49,34), Schützling des gesperrten Trainers Alberto Salazar, und Rhonex Kipruto aus Kenia (26:50,32) durch.

Cheptegai ist der erste Weltmeister seit 36 Jahren über diese Distanz, der nicht den drei beherrschenden Nationen Kenia, Äthiopien und Großbritannien entstammt. Bei der ersten WM 1983 in Helsinki hatte der Italiener Alberto Cova gewonnen.

100 Meter Hürden Frauen
GOLD: Nia Ali (USA)
SILBER: Kendra Harrison (USA)
BRONZE: Danielle Williams (Jamaika)

Die frühere Europameisterin Cindy Roleder (Halle/Saale) hat bei der Leichtathletik-WM in Doha das Finale über 100 m Hürden klar verpasst. Die 30-Jährige wurde am Abschlusstag der Wettkämpfe in Katar im ersten von drei Halbfinals in 12,86 Sekunden Vierte. Auch ihre Saisonbestzeit von 12,76 aus dem Vorlauf am Samstag hätte nicht für die Entscheidung der besten Acht gereicht.

Gold im Finale sicherte sich die zweimalige Hallen-Weltmeisterin Nia Ali aus den USA (12,34 Sekunden), die damit erstmals auch unter freiem Himmel WM-Gold gewann. Weltrekordlerin Kendra Harrison (USA) holte Silber (12,46), Bronze ging an Peking-Weltmeisterin Danielle Williams (Jamaika/12,47).

4x400-Meter-Staffel, Frauen:
GOLD: USA 3:18,92 Minuten
SILBER: Polen 3:21,89 Minuten
BRONZE: Jamaika 3:22,37 Minuten

Sprinterin Allyson Felix hat in Doha als Zuschauerin ihr 13. Gold bei einer Leichtathletik-WM geholt. Ohne die Rekord-Weltmeisterin setzte sich die Staffel der USA über 4x400 m im Finale in 3:18,92 Minuten deutlich vor Polen (3:21,89) und Jamaika (3:22,37) durch. Weil die 33 Jahre alte Felix aber im Vorlauf zum Einsatz gekommen war, durfte sich die erfolgreichste Leichtathletin der Geschichte über eine weitere Goldmedaille freuen.

4x400-Meter-Staffel Männer
GOLD: USA
SILBER: Jamaika
BRONZE: Belgien

Auch die Männer der USA waren über 4x400 Meter nicht zu schlagen und holten den letzten Titel in Katar. Für die Vereinigten Staaten war es der siebte Doppelsieg in dieser Disziplin bei Weltmeisterschaften. Der US-Männervierer siegte in 2:56,69 Minuten vor Jamaika (2:57,90) und Belgien (2:58,78). Deutsche 4x400-Staffeln waren in Doha nicht am Start.

aha/sid/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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schwelle 06.10.2019
1.
Dass das ZDF dann ab 20:15 Uhr die Berichterstattung abbricht und weder die weiteren Wettbewerbe oder die Siegerehrungen überträgt, sondern lieber ab 20:15 Uhr irgendeine Schmonzette ausstrahlt, ist mehr als dürftig!!! Für Fußball wird ja bei weniger als einer WM natürlich schon mal das Programm geändert. Aber bei einer Leichtathletik-WM ist das natürlich nicht möglich. Zum Glück waren die Wettbewerbe mit deutscher Beteiligung schon vor 20:15 beendet, sonst hätte der Zuschauer auch den Gewinn der Bronze- bzw. Goldmedaille verpasst.
Susanne133 07.10.2019
2. Wo ist der Bericht...
... zur Goldmedaille im Weitsprung?! Heute Morgen wird lediglich noch der Bericht über die Bronzemedaille von Herrn Vetter angezeigt (auch eine tolle Leistung, keine Frage!), aber zur Goldmedaille fehlt jede Zeile..? Was ist das denn für eine Schwerpunktsetzung?
heulerhund 07.10.2019
3. Sonntagabend
Das ist aber sehr naiv festgestellt. Die WM ist doch für unsere Medien doch nur interessant, solange Deutsche Medaillen gewinnen. Es War doch klar, dass Weitsprung der Frauen und Speer (M) zu dem Zeitpunkt beendet sein würden. Ausserdem möchte ich mal die Frage stellen, wer hat eigentlich die 5000 Meter der Frauen gewonnen? Ich denke, ich habe nach dem Zieleinlauf nur eine Deutsche (mit Fahne) gesehen, die wurde aber wohl nur Dritte. Ist es das, was IOC-PRÄSIDENT Bach meinte, als er von Überbetonung von Nationalismus in den einzelnen Ländern sprach?
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