Leichtathletik-WM Kenia im Medaillenrausch, Bolt im Halbfinale

Zweimal Gold, zweimal Silber, zweimal Bronze: Die kenianischen Läuferinnen dominieren den Auftakt zur Leichtathletik-WM. Top-Sprinter Usain Bolt lief der Konkurrenz im Vorlauf davon. Drei Deutsche zogen in ihren Disziplinen in die Finals ein.
Langstrecken-Läuferin Cheruiyot: Sieg über 10.000 Meter

Langstrecken-Läuferin Cheruiyot: Sieg über 10.000 Meter

Foto: Lee Jin-man/ AP

Hamburg - Die ersten Medaillen der Leichtathletik-WM in Südkorea gehen an Kenia: Zum Auftakt der Wettkämpfe feierten Edna Kiplagat, Priscah Jeptoo und Sharon Cherop in Daegu einen Dreifach-Sieg im Marathon. Topfavoritin Kiplagat kam am Samstag nach 2:28:43 Stunden als Erste ins Ziel. Jeptoo (2:29:00) und Cherop (2:29:14) folgten mit wenigen Sekunden Rückstand.

Auch nach dem Rennen über 10.000 Meter jubelten drei Kenianerinnen: Vivian Jepkemol Cheruiyot (30:48,98 Minuten) ließ in der letzten Runde ihre beiden Teamgefährtinnen Sally Kipyego (30:50,04) und Linet Masai (30:52,59) hinter sich.

Top-Sprinter Usain Bolt zeigte bei seinem ersten WM-Rennen eine starke Leistung. Der Dreifach-Olympiasieger von Peking 2008 und Dreifach-Weltmeister von Berlin 2009 gewann seinen 100-Meter-Vorlauf in 10,10 Sekunden und qualifizierte sich damit fürs Halbfinale (Sonntag, 11.30 Uhr MESZ). Bereits bei der Hälfte der Strecke hatte Bolt einen deutlichen Vorsprung herausgelaufen und schaute sich nach seiner Konkurrenz um. Obwohl er die letzten Meter nur noch auslief, holte der Jamaikaner die Bestzeit aller sieben Vorläufe. Das Finale findet am Sonntag (13.45 Uhr MESZ) statt.

Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) hatte die Wettkämpfe zuvor mit einer Eröffnungszeremonie eingeleitet. Die Feier in der mit 44.000 Zuschauern ausverkauften WM-Arena in Daegu stand unter dem Motto "Dreams come true". 1945 Sportler aus 202 Ländern werden bis zum 4. September in 47 Disziplinen um die Medaillen kämpfen.

Gelungener Auftakt der deutschen Athleten

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) schickt 72 Sportler ins Turnier. Bei der Heim-WM in Berlin hatte der DLV vor zwei Jahren neun Medaillen gewonnen, darunter drei goldene.

Zum Auftakt in Daegu durften sich vier Deutsche über den Finaleinzug freuen: Stabhochspringer Malte Mohr, Diskuswerferin Nadine Müller, Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause und Hammerwerfer Markus Esser qualifizierten sich in ihren Disziplinen für die Endrunden.

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Leichtathletik-WM: Die Eröffnungsfeier in Daegu

Foto: ADRIAN DENNIS/ AFP

Mohr leistete sich bei seiner Anfangshöhe von 5,50 Meter einen Fehlversuch, übersprang anschließend aber 5,60 Meter und 5,65 Meter. Im Stabhochsprung-Finale am Montag (ab 12.25 Uhr MESZ) zählt er mit dieser Leistung zu den Favoriten. Ausgeschieden sind dagegen Raphael Holzdeppe (5,50) und Karsten Dilla (5,35).

Markus Esser gelang im Hammerwerfen mit 77,60 Metern die drittbeste Weite in der Qualifikation. "Der Stein war schon riesig, der da heute runtergefallen ist. Die Schmach von der EM wollte ich mir heute ersparen", sagte der 31-Jährige, der bei der EM im vergangenen Jahr bereits im Vorkampf gescheitert war. Das Finale ist am Montag. Im Weitsprung der Frauen schieden Bianca Kappler, die mit 6,48 Metern 27 Zentimeter unter der Endkampf-Norm blieb, sowie Sostene Moguenara (6,02 Meter) aus.

Müller und Krause im Finale

Nadine Müller warf ihren Diskus gleich im ersten Versuch auf 65,54 Meter und damit deutlich über die geforderten 62 Meter. Die 25-Jährige kämpft am Sonntag (ab 12.15 Uhr MESZ) ebenfalls um die Plätze auf dem Podest.

U20-Europameisterin Gesa Felicitas Krause schaffte mit persönlicher Bestzeit von 9:35,83 Minuten als Dritte ihres Vorlaufes überraschend den Finaleinzug im 3000-Meter-Hindernislauf. Chancenlos war dagegen Jana Sussmann (9:59,53 Minuten).

Zehnkämpfer Rico Freimuth musste bereits am ersten Wettkampftag verletzungsbedingt aufgeben. Der 23-Jährige brach das Turnier nach dem ersten Versuch im Kugelstoßen ab. "Rico hat sich beim letzten Versuch im Weitsprung das Knie verdreht. Dann hat er es beim Kugelstoßen noch einmal versucht. Da war aber keine Kraft mehr dahinter", sagte Zehnkampf-Bundestrainer Rainer Pottel.

klu/dpa/dapd
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