Leichtathletik-WM Favoritin Mihambo springt zu Gold

Sie war schon vor Beginn der WM die größte Goldhoffnung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes: Weitspringerin Malaika Mihambo hat dem Druck standgehalten und die Goldmedaille in Doha gewonnen.

Malaika Mihambo hat dem Druck standgehalten: Gold
Kiril Kudryavtsev AFP

Malaika Mihambo hat dem Druck standgehalten: Gold


Malaika Mihambo ist Weltmeisterin im Weitsprung. Die Deutsche gewann bei der Leichtathletik-WM Gold dank eines überragenden dritten Versuchs auf die Weite von 7,30 Metern. Mihambo war bereits als Weltjahresbeste mit bisher 7,16 Metern in den Wettkampf gegangen und galt als klare Favoritin. Nach dem Sieg für Zehnkämpfer Niklas Kaul war es das zweite Gold für den DLV bei dieser WM.

Maryna Bech-Romantschuk aus der Ukraine (6,92) und die Nigerianerin Ese Brume (6,91) hinter ihr hatten keine Chance - Mihambo triumphierte mit dem größten Vorsprung der WM-Geschichte.

Dabei hatte die 25-Jährige zunächst mehr Probleme als erwartet. Im ersten Versuch landete Mihambo schon bei 6,52 m, allerdings war sie deutlich vor dem Brett abgesprungen. Der zweite Versuch war ungültig - doch dann hatte sie ihr Timing gefunden. Mihambo segelte im dritten Durchgang auf 7,30 m, so weit wie nie zuvor. Auch bei der EM in Berlin im Vorjahr hatte sie mit ihrem dritten Sprung den Titel klargemacht.

"Jetzt bin ich eigentlich sicher, dass nichts mehr passieren kann. Da müsste jetzt schon ein Wunder passieren, dass das schiefgeht", sagte ihr Trainer Ralf Weber im ZDF. Mihambo verbesserte sich hinter Drechsler (7,48) auf Platz zwei der "ewigen" deutschen Bestenliste, nur US-Ikone Jackie Joyner-Kersee sprang bei ihren Titelgewinnen 1987 (7,36) und 1991 (7,32) weiter bei einer WM als Mihambo.

aha/sid



insgesamt 16 Beiträge
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zaunreiter35 06.10.2019
1. Meinen herzlichen Glückwunsch!
Dieser WM-Titel ist redlich verdient. Hat sie doch die Saison über konstant die 7 Meter übertroffen!
sponmitreder 06.10.2019
2.
Die Übertragung des Weitsprungs heute zeigt die Wertschätzung und den Stellenwert, den die Leichtathletik im deutschen Fernsehen genießt: während die vielleicht größte und unumstrittenste Titelfavoritin weit springt, schaltet das Zweite Deutsche Fernsehen, mit dem man ja bekanntermaßen besser sieht, ab und bringt Nachrichten. Man stelle sich die Liveübertragung eines Fußballspiel vor, bei der zwischen der 25. und 40. Minute plötzlich die heute--Nachrichten laufen. Und man stelle sich ein Fernsehinterview mit Toni Kroos vor, bei dem ihm immer wieder die Frage nach Doping gestellt wird, weil ja schließlich sein Verein dereinst auf der Liste des berüchtigten Dopingarztes Fuentes stand. Aber nein, das gibt's nur in der Leichtathletik.
Stereo_MCs 06.10.2019
3.
Glückwunsch zum WM Titel und überragenden 7,30m, so unfassbar sympatisch Frau Mihambo. Ob Herr Gauland sie auch nicht gerne als Nachbarin hätte? Eine diplomierte Politikwissenschaftlerin, die jetzt sogar noch ein Studium hintendran hängt und auch ohne das alles ein Ruhmesblatt für dieses Land darstellt. Und besser deutsch sprechen als Viele der 27,5% tut sie auch noch.
schwelle 06.10.2019
4.
Dass das ZDF dann noch nicht mal die Siegerehrung überträgt (auch nicht der Speerwerfer) sondern lieber ab 20:15 Uhr irgendeine Schmonzette ausstrahlt, ist mehr als dürftig!!! Für Fußball wird ja bei weniger als einer WM natürlich schon mal das Programm geändert. Aber bei einer Leichtathletik-WM ist das natürlich nicht möglich. Zum Glück war der Weitsprung-Wettbewerb schon vor 20:15 beendet, sonst hätte der Zuschauer auch den Gewinn der Goldmedaille verpasst.
TS_Alien 06.10.2019
5.
Die Leistung der Siegerin ist überragend. Leider gehört der Weitsprung der Frauen seit Jahren zu den Disziplinen, in denen die Konkurrenz dürftig geworden ist. Mit 6,50 m ist man in den Top Ten der Welt. Das ist absurd.
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