Leichtathletik-WM Neue Hoffnung für gesperrten Fitschen

Im Machtkampf mit dem Weltverband IAAF um die Startgenehmigung für 3000-Meter-Läufer Jan Fitschen hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Donnerstagabend einen Teilerfolg erkämpft.


Lissabon - Auf Betreiben von DLV-Vizepräsident Clemens Prokop sicherte IAAF-Chef Lamine Diack (Senegal) eine außerordentliche Council-Sitzung zu, auf der über die Teilnahme des 23-jährigen Wattenscheiders bei der am Freitag beginnenden Hallen-Weltmeisterschaft entschieden wird. "Wir haben die Hoffnung, dass die Sache positiv ausgeht. Wenn nicht, müssen wir neu überlegen", sagte Teamleiter Bernd Schubert.


Rechtliche Schritte erwogen


Auch Fitschen, der erst bei seiner Ankunft in Lissabon am Donnerstagnachmittag von seinem Startverbot erfahren hatte, gab sich zuversichtlich. "Ich bereite mich vor, als würde ich laufen. Ich werde nicht auf einen Anruf warten, sondern mich beim Frühstück informieren lassen, wie es ausgegangen ist", sagte der Wattenscheider.

Damit könnte eine offene Konfrontation zwischen DLV und IAAF doch noch vermieden werden. "Mir ist nicht bange vor einem Konflikt mit der IAAF. Wenn sie ihn mit dem größten Leichtathletik-Verband der Welt haben will, trage ich ihn aus", hatte DLV-Präsident Helmut Digel bereits vorher angekündigt. Zunächst hatte der DLV nach Bekanntgabe von Fitschens Startsperre rechtliche Schritte erwogen. Doch der für Rechtsfragen zuständige Prokop erreichte nach einigen Telefonaten zunächst eine Kehrtwende bei den Verantwortlichen der IAAF.


Keine Gnade


Fitschen war vom Weltverband suspendiert worden, weil er wie sieben andere deutsche Läufer bei den nationalen Meisterschaften vor zwei Wochen in Dortmund gegen den international gesperrten Dieter Baumann angetreten war. Einem von deutschen Top-Athleten eingereichten Gnadengesuch wurde nicht stattgegeben. Diack verwies darauf, dass sich das IAAF-Council auf seiner Sitzung am Sonntag mit dem Fall beschäftigen wird. Der WM-Vorlauf über 3000 Meter findet jedoch an diesem Freitag um 10.30 Uhr statt.



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