Leichtathletik-WM Obergföll enttäuscht, Bolt entspannt 

Für Christina Obergföll hat es wieder nicht mit dem WM-Gold geklappt. In Daegu verpasste die deutsche Speerwerferin als Vierte im Finale sogar einen Platz auf dem Treppchen. Sprinter Usain Bolt ist souverän ins Finale über 200 Meter eingezogen.

Speerwerferin Obergföll: Ohne Medaille in Daegu
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Speerwerferin Obergföll: Ohne Medaille in Daegu


Hamburg - Speerwerferin Christina Obergföll hat eine Medaille bei der Leichtathletik-WM in Daegu (Südkorea) verpasst. Mit 65,24 Metern kam die Vizeweltmeisterin von 2005 und 2007 nur auf den vierten Platz. Weltmeisterin wurde die Russin Maria Abakumowa, die mit 71,99 Metern eine Weltjahresbestweite aufstellte. WM-Silber sicherte sich Weltrekordlerin Barbora Spotakova aus Tschechien mit 71,58 Metern vor Sunette Viljoen (Südafrika/68,38). Katharina Molitor wurde mit 64,32 Metern Fünfte. Wegen Rückenproblemen fehlte Europameisterin Linda Stahl.

Die amerikanische 4x400-Meter-Staffel hat das erwartete Gold geholt. Nach 2:59,31 Minuten lag der Titelverteidiger und Olympiasieger vor Südafrika (2:59,87) und Jamaika (3:00,10). Das US-Quartett holte seinen insgesamt siebten Titel. Die deutsche Staffel kam in 3:01,37 Minuten auf den achten Rang.

Die Kenianerin Vivian Jepkemoi Cheruiyot hat ihren Titel über 5000 Meter in 14:55,36 Minuten verteidigt und dem ostafrikanischen Land die fünfte Goldmedaille beschert. Sylvia Jebiwott Kibet machte als Zweite in 14:56,21 Minuten Kenias Doppelsieg perfekt, Rang drei ging an Meseret Defar aus Äthiopien in 14:56,95 Minuten. Das Trio wiederholte damit das Ergebnis von Berlin 2009.

Veronica Campbell-Brown aus Jamaika war im Finale über 200 Meter nicht zu schlagen. Die Olympiasiegerin kam nach 22,22 Sekunden ins Ziel. Zweite wurde 100-Meter-Weltmeisterin Carmelita Jeter aus den USA in 22,37 Sekunden vor ihrer US-Teamkollegin und Titelverteidigerin Allyson Felix in 22,42. Deutsche Sprinterinnen waren nicht vertreten.

Die deutschen Weitspringer Christian Reif und Sebastian Bayer haben trotz starker Leistungen die Medaillenränge verpasst. Europameister Reif sprang 8,19 Meter und wurde Siebter, der Hamburger Sebastian Bayer schaffte als Achter 8,17 Meter und damit Saisonbestweite. Mit 8,45 Metern gewann der US-Amerikaner Dwight Phillips zum vierten Mal nach 2003, 2005 und 2009 den WM-Titel. Zweiter wurde Mitchell Watt (Australien/8,33 Meter) vor Ngonidzashe Makusha (Simbabwe/8,29 Meter).

Caster Semenya souverän im Finale

Ohne Probleme ist Jamaikas Supersprinter Usain Bolt ins Finale über 200 Meter eingezogen. Der Olympiasieger, Weltrekordler und Titelverteidiger enteilte der Konkurrenz um Längen. Schon zur Hälfte des Rennens schaltete der 25-Jährige, der über 100 Meter mit seinem Fehlstart im Finale für den bisherigen Aufreger der Titelkämpfe gesorgt hatte, zurück und lief trotzdem in 20,32 Sekunden mit großem Vorsprung ins Ziel. Bereits im Vorlauf am Vormittag hatte Bolt in 20,30 Sekunden klar dominiert.

Im ersten Halfinale hatte der französische Europameister Christophe Lemaitre mit dem Sieg in 20,17 Sekunden seine Ambitionen auf eine Medaille unterstrichen. Der deutsche Meister Sebastian Ernst war im Vorlauf mit 20,95 Sekunden ausgeschieden.

Weltmeisterin Caster Semenya hat das Halbfinale über die 800-Meter-Distanz gewonnen. Die Südafrikanerin dominierte ihren Lauf nach Belieben und kam in 1:58,07 Minuten ins Ziel. Semenya, die nach ihrem Titel in Berlin 2009 für eine weltweite Diskussion um ihr Geschlecht gesorgt hatte, kämpft am Sonntag (20.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) um ihre Titelverteidigung.

chp/dpa/dapd/sid



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