Leichathletik-WM Holzdeppe gewinnt Silber im Stabhochsprung

Raphael Holzdeppe hat die Titelverteidigung im Stabhochsprung nur knapp verpasst. Der Weltmeister von 2013 gewann die Silbermedaille hinter einem jungen Kanadier. Weltrekordler Renaud Lavillenie verpasste den WM-Sieg zum vierten Mal in Folge.

Stabhochspringer Holzdeppe: Mit 5,90 Metern zu Silber
REUTERS

Stabhochspringer Holzdeppe: Mit 5,90 Metern zu Silber


Er hat es wieder spannend gemacht, aber auf Raphael Holzdeppe ist bei Weltmeisterschaften Verlass. Der Gewinner von 2013 sicherte sich in Peking mit 5,90 Metern die Silbermedaille im Stabhochsprung. Gold gewann überraschend der 21-jährige Kanadier Shawnacy Barber.

"Ich habe heute alles gegeben, was drin war", sagte Holzdeppe im ZDF-Interview. "Ich bin einfach nur glücklich im Moment." Der Stabhochspringer holte die dritte Medaille für das deutsche Team nach Gold für Christina Schwanitz und Silber für David Storl.

Bronze ging an die höhengleichen Polen Piotr Lisek und Pawel Wojciechowski sowie an Renaud Lavillenie (5,80 Meter). Der Leverkusener Tobias Scherbarth wurde Siebter.

Lavillenie stürzte damit zum vierten Mal bei einer Weltmeisterschaft ab. Der große Favorit war restlos enttäuscht, schließlich wollte der Olympiasieger und Weltrekordler endlich den Titel gewinnen, der ihm in seiner Sammlung noch fehlt. Der dreimalige Europameister hatte schon 2013 mit Silber und zuvor zwei Mal Bronze bittere Pleiten eingesteckt.

Fotostrecke

10  Bilder
Weitspringer bei der WM: Landung der Sandmänner
Holzdeppe, der sich in der Qualifikation schwer getan und die geforderte Höhe von 5,70 Metern erst im dritten Versuch gemeistert hatte, überwand als einziger Springer neben Barber die 5,90 Meter. Der Kanadier hatte die Höhe auf Anhieb geschafft, Holzdeppe erst im letzten Versuch - nachdem er seine ersten beide Sprünge abgebrochen hatte.

Für den 21-jährigen Barber war es der erste große Triumph, nachdem er vor zwei Jahren in Moskau noch in der Qualifikation gescheitert war. Sowohl Barber als auch Holzdeppe hatten sich nun vergebens an der Sechs-Meter-Marke versucht. Die geringere Anzahl an Fehlversuchen entschied letztlich das Rennen um Gold.

Gierisch überzeugt im Dreisprung

Kristin Gierisch hat dagegen eine Medaille verpasst, als Achte aber die beste Platzierung einer deutschen Dreispringerin seit 22 Jahren erreicht. Beim Sieg der Titelverteidigerin Caterine Ibargüen (Kolumbien/14,90 Meter) sprang die deutsche Meisterin im dritten und fünften Versuch 14,25 Meter. Silber ging an die Olympiavierte Hanna Knyazyeva-Minenko (Israel/14,78 Meter), Bronze holte mit 14,77 Metern Olympiasiegerin Olga Rypakowa aus Kasachstan.

Fraser-Pryce siegt über 100 Meter

Die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce ist zum dritten Mal Weltmeisterin über 100 Meter. Einen Tag nach dem Triumph ihres Landsmanns Usain Bolt gewann die 28-Jährige wie schon 2009 und 2013 den Sprint. Fraser-Pryce setzte sich in 10,76 Sekunden durch. Hinter der Olympiasiegerin von 2008 und 2012 kamen die Niederländerin Dafne Schippers in der Landesrekordzeit von 10,81 und die Amerikanerin Tori Bowie (10,96) ins Ziel. Es war bereits die sechste WM-Goldmedaille für Fraser-Pryce.

Kenia bleibt Hindernis-Macht

Der Kenianer Ezekiel Kemboi hat sich zum vierten Mal in Folge WM-Gold über 3000 Meter Hindernis gesichert und damit Geschichte geschrieben. Als erster Leichtathlet gewann der 33-Jährige seine siebte Medaille in ein und derselben Disziplin. Zudem überflügelte Kemboi seinen großen Landsmann Moses Kiptanui, der das Hindernisrennen der WM dreimal in Serie gewonnen hatte. Der zweimalige Olympiasieger Kemboi siegte vor seinen Landsleuten Conseslus Kipruto und Brimin Kipruto. Jairus Birech machte Kenias Vierfach-Triumph perfekt.

krä/dpa/sid



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.