Leichtathletik-WM Chepngetich gewinnt langsamsten WM-Marathon - 28 Läuferinnen müssen aufgeben

Die Leichtathletik-WM hat ein Problem mit der Wüstenhitze in Katar. Das wurde beim Marathon der Frauen deutlich - viele Läuferinnen hielten den Strapazen nicht Stand.

Ruth Chepngetich gewann die erste Goldmedaille der Leichtathletik-WM in Katar
Matthias Hangst/Getty Images

Ruth Chepngetich gewann die erste Goldmedaille der Leichtathletik-WM in Katar


Die erste Goldmedaille der Leichtathletik-WM in Katar ist vergeben: Die kenianische Topfavoritin Ruth Chepngetich gewann in Doha Gold im Marathon. Die 25-Jährige lief um 2.32 Uhr Ortszeit am frühen Samstagmorgen nach 2:32:43 Stunden ins Ziel und setzte sich deutlich vor Bahrains Titelverteidigerin Rose Chelimo (2:33:46) durch. Bronze holte überraschend die bereits 39 Jahre alte Helalia Johannes aus Namibia (2:34:15).

Chepngetich, mit im Januar in Dubai erzielten 2:17:08 Stunden drittschnellste Marathonläuferin der Geschichte, triumphierte in einer brutalen Hitzeschlacht mit der langsamsten Siegerzeit der WM-Historie. Sie blieb mehr als zwei Minuten über der bisherigen Marke ihrer Landsfrau Catherine Ndereba, die 2007 im ebenfalls sehr heißen Osaka in 2:30:37 Minuten den zuvor langsamsten Weltmeisterschafts-Marathon gewonnen hatte.

Um Mitternacht herrschten an den Corniche, der Uferpromenade von Doha, mit 32,7 Grad und 73,3 Prozent Luftfeuchtigkeit äußerst harte Bedingungen. Entsprechend kam es zu vielen Ausfällen während des Marathons. Nur 40 der 68 gestarteten Athletinnen schafften es ins Ziel, das entspricht einer Ausfallquote von mehr als 40 Prozent. bei dem vergleichbar harten Rennen von Osaka 2007 hatten es 57 von 66 Starterinnen ins Ziel geschafft.

Einige Läuferinnen wie Italiens Giovanna Epis mussten entkräftet aufgeben
REUTERS/Hannah Mckay

Einige Läuferinnen wie Italiens Giovanna Epis mussten entkräftet aufgeben

Trotz der Temperaturen schlugen die Kenianerinnen zunächst ein sehr hohes Tempo an, das Feld zog sich schnell weit auseinander. Die Italienerin Sara Dossena, EM-Sechste von Berlin 2018, musste bereits nach einem guten Viertel der Distanz entkräftet aufgeben und wurde im Rollstuhl von der Strecke gefahren.

Schon weit vor der Halbmarathon-Marke wurde das Rennen deutlich langsamer und taktischer, sieben Kilometer vor dem Ziel setzte Chepngetich dann an einer Verpflegungsstation die entscheidende Attacke.

Aufgrund der Hitze in Katar mit Tagestemperaturen über 40 Grad wurden die Straßenwettbewerbe in die Nacht verlegt. Die Geher und Geherinnen werden am Samstag über 50 km erst um 23.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MESZ) auf die Reise geschickt, im Ziel werden sie zwischen 3.15 und 4.00 Uhr am Morgen sein. Der Marathon der Männer findet in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober statt.

ptz/sid



insgesamt 21 Beiträge
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kleinsteminderheit 28.09.2019
1. Ich sehe mir das nicht an!
Obwohl ich Leichtathletik durchaus attraktiv finde, sehe ich mir diese gesundheitsgefährdende Schinderei nicht an. Und sollte ich der Sponsorenwerbung nicht ausweichen können, werde ich deren Produkte in der nächsten Zeit bewusst boykottieren.
qwertreiber 28.09.2019
2. Doha ist keine Location für einige Sportarten
Da muss man nun nicht wirklich intelligent sein, um vorher zu merken, dass einige Sportarten auf Sitzenniveau einfach keinen Sinn in einer Wüstenregion mit diesen Temperaturen macht. Die Fussball WM sollte dahingehend auch überprüft werden. All das passt in eine Welt der 80er / 90er, aber nicht mehr in die heutige Zeit.
c.PAF 28.09.2019
3.
Geld und Kommerz, dem werden die Athleten einfach so geopfert. Das ist kein Sport mehr, schämt euch.
brux 28.09.2019
4. Tja
Die Ölscheichs kaufen sich Prestigeveranstaltungen, weil sie sonst nichts produktives hinbekommen. Nicht ganz klar ist mir, warum sich die Verbände derartig prostituieren. Es ist ja nicht so, dass hier grosse neue Märkte zu finden wären und schöne Bilder gibt das Ganze auch nicht.
anonlegion 28.09.2019
5. Abreisen
Ein Verband, der seine Verantwortung für die Athleten ernst nimmt, bucht jetzt umgehend Rückflugtickets und verzichtet auf weitere Starts/ Teilnahme an dieser Werbeveranstaltung für einen nahezu alle Menschenrechte missachtenden Staat. Man hätte seine Teilnahme an dieser Farce von vornherein ablehnen sollen. Aber woher das dafür notwendige Rückrat kommen, bei Funktionären und Politikern dieser Tage?
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