Leichtathletik-WM Sprintstar Bolt nach Fehlstart disqualifiziert

Sensation im 100-Meter-Finale: Usain Bolt ist nach einem Fehlstart bei der Leichtathletik-WM in Südkorea disqualifiziert worden. Noch im Vorlauf hatte der jamaikanische Top-Favorit die Konkurrenz deklassiert. Diskuswerferin Nadine Müller feierte die erste Medaille für Deutschland.
100-Meter-Läufer Bolt: Fehlstart im Finale

100-Meter-Läufer Bolt: Fehlstart im Finale

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images

Hamburg - Unmittelbar nach dem Start verzog Usain Bolt das Gesicht und riss sich das Trikot vom Körper. Im 100-Meter-Finale bei der Leichtathetik-WM in Südkorea war der Titelverteidiger und Olympiasieger zu früh gestartet. Dem Fehlstart folgte die Disqualifikation.

Das Ausscheiden des Top-Favoriten nutzte dessen jamaikanischer Landsmann Yohan Blake. Der 21-Jährige sprintete in 9,92 Sekunden als Erster ins Ziel. Zweiter wurde Walter Dix aus den USA in 10,08 Sekunden vor Kim Collins (10,09 Sekunden). Mitfavorit Asafa Powell aus Jamaika hatte bereits am Donnerstag seinen Start wegen einer Leistenzerrung abgesagt.

Doch die Geschichte des Rennens schrieb Bolt: In den Vorläufen war der 25-Jährige in 10,10 Sekunden die beste Zeit gelaufen - obwohl er auf den letzten Metern das Tempo rausnahm. Auch im Halbfinale (10,05) ließ er der Konkurrenz keine Chance und ließ keine Zweifel an seinem finalen Triumph aufkommen.

2008 hatte Bolt bei den Olympischen Sommerspielen in Peking drei Goldmedaillen gewonnen. Auch ein Jahr später bei den Weltmeisterschaften in Berlin triumphierte er dreifach. Der Traum vom erneuten Triple ist jetzt allerdings geplatzt. Am kommenden Wochenende hat Bolt über 200 Meter (Samstag, 14.20 Uhr MESZ) und in der 100-Meter-Staffel (Sonntag, 14 Uhr MESZ) nur noch zwei Medaillenchancen.

Erste Medaille für Deutschland

Grund zum Jubeln hatte hingegen Nadine Müller: Die Diskuswerferin gewann die erste Medaille für Deutschland gewonnen: Die 25-Jährige landete am Sonntag mit einer Weite von 65,97 Metern auf Platz zwei hinter der Weltjahresbesten Li Yanfeng (66,52) aus China. Bronze ging an die Kubanerin Yarelys Barrios (65,73).

Zehnkämpfer Trey Hardee hat seinen WM-Titel verteidigt. Der US-Amerikaner schloss den Wettkampf mit 8607 Punkten ab und ließ seinen Landsmann Ashton Eaton (8505) und den Kubaner Leonel Suarez (8501) hinter sich. Die beiden deutschen Starter Pascal Behrenbruch (8211) und Jan Felix Knobel (8200) verbesserten sich in den letzten beiden Disziplinen auf die Plätze sieben und acht. Rico Freimuth aus Halle an der Saale war nach der zweiten Disziplin wegen einer Knieverletzung ausgeschieden.

Der Äthiopier Ibrahim Jeilan ist neuer Weltmeister über 10.000 Meter. In 27:13,81 Minuten setzte sich der 22-Jährige gegen den Weltjahresbesten Mo Farah (27:14,07) aus Großbritannien durch. Es ist die erste WM-Medaille für einen Europäer über 10.000 Meter seit 1987. Dritter wurde in Imane Merga (27:19,14) ein weiterer Äthiopier.

Reese verteidigt Weitsprung-Titel

Äthiopiens Top-Star Kenenisa Bekele gab nach 6000 Metern auf. Der dreimalige Olympiasieger und Weltrekordler hatte zuvor vier Weltmeistertitel über 10.000 Meter in Folge gewonnen. Zuletzt musste der 29-Jährige 19 Monate wegen einer Oberschenkelverletzung pausieren.

Brittney Reese hat ihren Weitsprung-Titel verteidigt und die erste Goldmedaille für die USA geholt. Bei den Titelkämpfen in Daegu setzte sich die 24-Jährige mit einem Sprung auf 6,82 Meter durch. Nur knapp dahinter lag die Russin Olga Kutscherenko (6,77) vor der Lettin Ineta Radevica (6,76). Die beiden deutschen Teilnehmerinnen Bianca Kappler und Sosthene Taroum Moguenara waren in der Qualifikation gescheitert.

klu/dpa/sid
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