Leichtathletik-WM Verwirrung um Jamaikas Top-Sprinter

Rückzug vom Rückzug: Wenige Stunden, nachdem der jamaikanische Verband sechs Athleten von den Startlisten für die Leichtathletik-WM gestrichen hatte, nahm er diese Entscheidung zurück. Dies geschah auf Bitten des Weltverbandes, der die "Qualität der WM verteidigen" wollte.


Hamburg - Jamaika hat den WM-Ausschluss von sechs seiner Top-Athleten mit Ex-100-Meter-Weltrekordler Asafa Powell und Sprint-Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser an der Spitze zurückgenommen. Dies teilte der Leichtathletik-Weltverband IAAF mit. Das Sextett darf nun doch bei der am Samstag in Berlin beginnenden Weltmeisterschaft starten. Am Mittag hatte der jamaikanische Verband JAAA den Weltverband IAAF noch gebeten, die sechs Namen von der Startliste zu streichen.

Sprinter Powell: Dabei, nicht dabei, dabei
AFP

Sprinter Powell: Dabei, nicht dabei, dabei

Betroffen waren auch Melaine Walker, Olympiasiegerin über 400 Meter Hürden, ihre Disziplinkollegin Kaliese Spencer, die 400-Meter-Olympiazweite Sherika Williams und Hürdensprinterin Brigitte Foster Hylton. "Wir wollten die Qualität der WM verteidigen und haben deshalb mit der JAAA über ihre Entscheidung verhandelt. Sie hat daraufhin den Brief zurückgenommen", sagte IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss: "Das war eine überflüssige Aktion der jamaikanischen Delegation. Wir mögen das gar nicht. Uns wäre es lieber, wir würden über den Sport reden können."

Asafa Powell als Betroffener hatte die Hoffnung nie aufgegeben: "Ich weiß nicht, was hier vor sich geht, und habe kein schlechtes Gewissen. Ich warte ab, was passiert", meinte er am Nachmittag, ehe am Abend die erlösende Nachricht folgte.

Die sechs betroffenen Athleten gehören dem Verein Maximising Velocity Power (MVP) von Coach Stephen Francis an und waren unerlaubter Weise nicht zum Vorbereitungslehrgang in Herzogenaurach erschienen. Am Dienstag waren sie in Berlin eingetroffen und hatten ihr Quartier bezogen.

jar/fsc/sid



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