Leipziger Allerlei Demos und Demut für Olympia

Die Angst vor dem Scheitern der Olympia-Bewerbung lässt die Leipziger aktiv werden. Um die Kampagne zu retten, gehen die Einwohner der sächsischen Metropole auf die Straße. Manche gehen auch in sich.


Herzensangelegenheit: Andrang in der Leipziger Nikolaikirche
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Herzensangelegenheit: Andrang in der Leipziger Nikolaikirche

Leipzig - Mit einem Friedensgebet in der Nikolaikirche haben mehrere hundert Leipziger am Montag ihre ungebrochene Unterstützung für die Olympia-Bewerbung ihrer Stadt bekundet. Zahlreiche weitere Sympathisanten schlossen sich den Gläubigen danach auf dem Weg zum Augustusplatz im Zentrum an. Zu sehen waren Plakate mit den Aufschriften "Jetzt erst recht" oder "Leipzig, wir schaffen das".

Von den Friedensgebeten in der Nikolaikirche war im Herbst 1989 jene Bewegung ausgegangen, die maßgeblichen Anteil am Fall der Mauer und der deutschen Wiedervereinigung hatte. Auch diesmal setzten die Initiatoren auf ein Signal zur Wende, nachdem die Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2012 in den vergangenen Wochen zunehmend durch negative Schlagzeilen geprägt war.

"Teufels Kreise verlassen"

Der Pfarrer der Nikolaikirche, Christian Führer, stellte seine Ausführungen unter das Motto "Teufels Kreise verlassen" und rief dabei über Olympia hinaus zum Frieden und gegen Terror auf. "Kirche und Sport scheinen so wenig zusammen zu passen wie Kirche und Revolution", spielte auch Führer auf die Friedensgebete von 1989 an.

"Allen Widrigkeiten zum Trotz möchten wir zeigen, dass wir die Spiele weiter wollen", sagte Friedrich Wilhelm Mohr. Der Ärztliche Direktor des Herzzentrums der Leipziger Universität hatte mit dem Sprecher des Vereins für Olympia in Leipzig, Joachim Horn, zu der Demonstrations-Veranstaltung aufgerufen. Insgesamt versammelten sich auf dem Augustusplatz zur Schlusskundgebung gut 3000 Menschen.



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