Reiter bei Olympia 2012 Danckert kritisiert fehlende Doping-Trainingstests

Peter Danckert hat kein Verständnis dafür, dass die deutschen Reiter und Pferde ohne Trainingskontrollen bei den Olympischen Spielen starten. Der ehemalige Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestags warnt zudem vor Konsequenzen, falls es zu Doping- oder Medikationsfällen kommen sollte.

Ehemaliger Sportausschuss-Vorsitzender Danckert: "In anderen Sportarten ausgeschlossen"
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Ehemaliger Sportausschuss-Vorsitzender Danckert: "In anderen Sportarten ausgeschlossen"


Hamburg - "Bei jeder anderen Sportart wäre das ausgeschlossen", sagte Peter Danckert in der ZDF-Dokumentation "Mission Gold - Millionengeschäfte auf dem Rücken der Pferde". Danckert monierte, dass die 2009 versprochenen Trainingskontrollen im Reitsport noch immer nicht umgesetzt seien. Im Vergleich zu anderen olympischen Sportarten sei dies ein nicht hinnehmbarer Zustand.

Zudem warnte der ehemalige Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestags den Reitsportverband vor Konsequenzen, falls es bei deutschen Reitern wie vor vier Jahren bei den Spielen in China zu Doping- oder Medikationsfällen kommen sollte: "Sollte es auch nur den geringsten Vorfall geben, also die geringste Beanstandung im Bereich des Dopings, dann sind die öffentlichen Zuschüsse zu Ende."

Vor vier Jahren stand der deutsche Reitsport wegen diverser Doping- und Medikationsfälle in der Kritik. Als Folge daraus hatte die Reiterliche Vereinigung FN die Einführung von Trainingskontrollen angekündigt, die bis zu den London-Spielen noch nicht umgesetzt sind.

Die FN verweist auf Probleme bei der Umsetzung. Die Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada zur Umsetzung eines Kontrollsystems hat nach Angaben von FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach im Jahr 2011 begonnen: "Es ist so, dass wir uns anfangs gedacht hatten und die Hoffnung hatten, dass wir etwas schneller loslegen können." Tatsächlich habe sich aber gezeigt, dass die vernünftige Vorbereitung mehr Zeit in Anspruch nehme.

jar/dpa



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ginfizz53 26.07.2012
1. Wie man in die Mühle der...
Zitat von sysopAPPeter Danckert hat kein Verständnis dafür, dass die deutschen Reiter und Pferde ohne Trainingskontrollen bei den Olympischen Spielen starten. Der ehemalige Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestags warnt zudem vor Konsequenzen, falls es zu Doping- oder Medikationsfällen kommen sollte. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,846642,00.html
...Dopingfahnder kommen kann, zeigt das Beispiel des Kutschfahrers Michael Freund. Der hatte bei der WM 2004 seine Pferde auf einer vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Wiese grasen lassen. Nach seinem WM-Gewinn wurden die Pferde positiv auf Baldrian getestet, ihm der Titel aberkannt. Vergeblich wies er darauf hin, dass man bei einer nachträglichen Begehung festgestellt hatte, dass dort wilder Baldrian in Mengen wuchs... Wer natürlich so nachlässig mit seinen Pferden umgeht und die Wiese nicht vorher auf den bösartigen Baldrian untersucht (welchen Aufschrei hätte es erst bei wild wachsender Echinacea gegeben?), dem gebührt natürlich die Verachtung aller gutmeinenden Menschen... Ach ja: Früher hätte ein Kutschfahrer vor der Prüfung mit seinen Kumpels auch mal eine Flasche Bier trinken dürfen, Heute wäre ihm dafür wohl lebenslange Sperre gewiss..
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