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21. Januar 2019, 12:41 Uhr

Los Angeles Rams im Super Bowl

Die Saints hatten keinen Schutzengel

Für die New England Patriots und Quarterback Tom Brady ist der Super Bowl schon fast Normalität. Diesmal geht es gegen die Los Angeles Rams - deren Finaleinzug gegen die New Orleans Saints war äußerst umstritten.

Jetzt kommt es also zum schon im Vorfeld beschworenen Kampf der Generationen: Beim Super Bowl am 4. Februar stehen die New England Patriots mit ihrem 41 Jahre alten Quarterback Tom Brady den Los Angeles Rams mit deren Vormann Jared Goff, 24 Jahre jung, gegenüber.

Goff hat im Halbfinale schon Erfahrung darin gesammelt, Oldies aus dem Wettbewerb zu befördern - schließlich stand beim Gegner der Rams, den New Orleans Saints, der 40-jährige Drew Brees auf dem Platz. Allerdings war der 26:23 (10:13, 23:23)-Sieg nach Verlängerung von Los Angeles, den Greg Zuerlein durch ein Field Goal aus 57 Yards klarmachte, äußerst umstritten.

1:45 Minuten waren noch auf der Uhr, es stand 20:20. Brees warf den Ball kurz vor der Endzone zu Saints-Receiver Tommylee Lewis, der von Nickell Robey-Coleman rustikal weggerammt wurde, bevor er zupacken konnte. Ein klarer Regelverstoß, doch keiner der Referees warf eine Flagge, dadurch war es eine Tatsachenentscheidung und ein Videobeweis nicht möglich.

Videobeweis konnte nicht angewendet werden

"Da werden wir wahrscheinlich nie drüber hinwegkommen", sagte Saints-Trainer Sean Payton und erzählte, dass der Schiedsrichterboss den Fehler bereits zugegeben habe. Viele Fans und Beobachter im Stadion und an den Bildschirmen waren fassungslos bis wütend angesichts dieser Fehlentscheidung. Eigentlich hätte es ein First Down für New Orleans geben müssen.

So jedoch sind die Rams weiter, die ein 0:13 drehten und mit Trainer-Jungstar Sean McVay bei der 53. Auflage den jüngsten Headcoach der Super-Bowl-Geschichte stellen. Für die Franchise geht es um den vierten Triumph. Beim bislang letzten wurde 2000 in Atlanta gespielt, so wie in zwei Wochen. Ein gutes Omen.

Zum neunten Mal in der Ära Brady im Finale

Doch das gibt es auch für Brady. Erstmals Champion wurde "Tom Terrific" 2002 durch einen Sieg über die Rams. Außerdem holte er 2004, 2005, 2015 und 2017 den Meisterring. Im vergangenen Jahr war das Team von Erfolgstrainer Bill Belichick, der in Kansas City bei Minusgraden nach einem Touchdown von Running Back Rex Burkhead jubeln durfte, an den Philadelphia Eagles (33:41) gescheitert.

Zum dritten Mal nacheinander und zum neunten Mal in der Ära Brady spielen die Patriots in der Football-Profiliga NFL um den großen Preis. Durch ein 37:31 nach Verlängerung über die Kansas City Chiefs hat es das Team aus Foxborough ins Endspiel geschafft.

"Alles hat gegen uns gesprochen", sagte Brady. Schon nach dem Viertelfinale hatte der 41-Jährige erklärt, dass seinem Team doch niemand etwas zutraue. Als Dauersieger ist New England bei vielen NFL-Fans anderer Vereine unbeliebt. Viel lieber hätten viele Kansas mit dem jungen Spielmacher Patrick Mahomes, 23 Jahre, im Finale gesehen, aber daraus wurde nichts. Den ersten Kampf der Generationen entschied Brady für sich.

aha/sid

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