Louis Vuitton Cup OneWorld droht der Rauswurf

Das OneWorld-Team hat beim Louis Vuitton Cup für einen handfesten Skandal gesorgt. Nachdem sie bereits in der Vorrunde mit einem Strafpunkt wegen Spionage belegt wurden, stehen die US-Amerikaner nun wegen erneuter Vorwürfe kurz vor der Disqualifikation.


Droht der Rauswurf: "OneWorld" aus Seattle, USA
AP

Droht der Rauswurf: "OneWorld" aus Seattle, USA

Auckland - Urheber der Spionagevorwürfe sind die Teams Prada ("Luna Rossa") und OneWorlds Viertelfinalgegner in der Hoffnungsrunde, Dennis Conner ("Stars & Stripes"). Beide Teams sprachen sich für die Disqualifikation des Teams aus Seattle aus.

Sie warfen den US-Amerikanern vor, gezielt Form und Bauart konkurrierender Boote ausspioniert und die gewonnenen Informationen beim Verbessern der eigenen Yachten genutzt zu haben. Am Dienstag wird sich ein Ausschuss mit den Vorwürfen befassen und klären, ob "OneWorld" gegen die Regeln des America's Cup verstoßen hat.

"Verzweifelter Akt verzweifelter Menschen"

Bob Ratliffe, Sportdirektor von OneWorld, wehrte sich gegen die Vorwürfe: "Das ist ein verzweifelter Akt verzweifelter Menschen, die vorhaben, die Rennen an Land statt auf dem Wasser auszutragen", und fügte hinzu: "Es hat schon einen Grund, dass ganze Bücher über unsportliches Verhalten beim America's Cup geschrieben wurden."

Im September wurde OneWorld mit einem Strafpunkt belegt, nachdem das Team zugegeben hatte, Informationen über die Bauart der Boote von America's Cup Gewinner 2000 New Zealand und von den damals teilnehmenden Teams Prada und America's True zu besitzen.

Schwache Winde verhindern Viertelfinale

Unterdessen musste schon wieder ein Renntag komplett abgesagt werden. Wegen schwacher Winde unter sieben Knoten, konnten die vorgesehenen Viertelfinal-Duelle der Hoffnungsrunde nicht ausgetragen werden. Die Verlierer der ersten Viertelfinale, OneWorld (gegen Oracle BMW) und Prada (gegen Alinghi Challenge), sollten in einem zweiten Viertelfinale jeweils auf das Team Dennis Connor und auf Victory Challenge aus Schweden treffen.

Die ausgefallenen Matches sollen am Dienstag, der eigentlich als Ruhetag vorgesehen war, nachgeholt werden. Bereits für das Halbfinale qualifiziert haben sich die Schweizer Yacht "Alinghi" und "USA 76" vom Team Oracle BMW.



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