Louis Vuitton Cup Schummelschiff muss für Spionage büßen

Das Team OneWorld ist bei der Qualifikation zum America's Cup mit einem blauen Auge davongekommen. Von der geforderten Disqualifikation des US-Syndikats wegen der illegalen Beobachtung des Gegners sah die Jury zwar ab. Dennoch muss die Segelcrew die Halbfinalrennen mit einem Handicap beginnen.


Strafe muss sein: OneWorld Challenge (l.) wurde mit einem Punktabzug belegt
AP

Strafe muss sein: OneWorld Challenge (l.) wurde mit einem Punktabzug belegt

Auckland - Ein Spionagefall hat bei der Qualifikation zum America's Cup hohe Wellen geschlagen. Das Syndikat von Skipper Peter Gilmour soll sich widerrechtlich Design-Informationen der Gegner verschafft haben. Das Schiedsgericht hat deshalb ein hartes Urteil gefällt.

Die US-Amerikaner bekommen in jeder weiteren Runde einen Punkt abgezogen. In der Best-of-seven-Serie im Halbfinale muss OneWorld nun also fünf Rennen gegen die italienische Prada gewinnen, um in das Finale einzuziehen. Bereits in der Vorrunde wurde das Team mit einem Punktabzug bestraft, da es sich auf verbotene Weise Informationen über Titelverteidiger Neuseeland beschafft hatte.

"Das ist eine sehr harte Strafe angesichts der Tatsache, dass wir uns in allen Punkten selbst angezeigt haben", war OneWorld-Projektmanager Bob Ratcliffe enttäuscht. Zudem wurde dem US-Team eine Geldstrafe in Höhe von 65.000 Dollar auferlegt.

Halbfinalrennen am Montag abgesagt

Die vom mehrfachen America's-Cup-Sieger Dennis Connor geforderte Disqualifikation lehnte die Jury jedoch ab. Damit ist die "Stars and Stripes", die OneWorld im Viertelfinale unterlegen war, endgültig aus dem Rennen. Sollte die OneWorld die direkte Finalteilnahme verpassen und nur in den Hoffnungslauf einziehen, wird die Strafe von einem Punkt für dieses Rennen ausgesetzt. Allerdings bleibt die Sanktion im möglichen Finale des Louis Vuitton Cups und dem America's Cup bestehen.

Die für Montag angesetzten Halbfinalrennen zwischen OneWorld und Prada sowie der Schweizer Alinghi Challenge mit dem Deutschen Jochen Schümann und dem US-Team Oracle-BMW-Racing wurden wegen zu starker Winde auf dem Hauraki Golf vor Auckland abgesagt und auf Dienstag verschoben.



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