Schachturnier in Baden-Baden Carlsen dominiert die Chess Classic

Magnus Carlsen hat wieder seine Extraklasse bewiesen: Beim Turnier in Baden-Baden setzte sich der Schachweltmeister souverän durch. Lediglich sein WM-Herausforderer Fabiano Caruana konnte einigermaßen mithalten.

Schachweltmeister Magnus Carlsen, einfach nicht zu schlagen
Frank Augstein AP

Schachweltmeister Magnus Carlsen, einfach nicht zu schlagen


Schach-Weltmeister Magnus Carlsen hat seine Vormachtstellung eindrucksvoll untermauert und das bedeutendste Turnier in Deutschland souverän gewonnen. Der 28 Jahre alte Norweger dominierte das Feld bei der Grenke Chess Classic in Baden-Baden mit 7,5 Punkten aus neun Partien. "Die letzten Tage waren einfach ein Traum", sagte Carlsen am Montagabend. Mit 2990 Elo-Punkten erzielte der Weltmeister die beste Leistung, die er je in einem Turnier über neun Runden erreicht hat.

"Momentan bin ich einfach nur glücklich, dass ich dieses Jahr besser spiele als zuvor. Ich profitiere offensichtlich von meiner Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2018 in London", erklärte Carlsen. Von 31 Partien gewann er in diesem Jahr 16 und remisierte 15. Damit verbesserte er sich in der Weltrangliste auf 2875 Zähler - nur noch acht Punkte fehlen Carlsen, um seinen eigenen Weltrekord (2882/Mai 2014) zu überbieten.

Vize-Weltmeister Fabiano Caruana konnte als einzige Spieler Carlsen zeitweilig fordern. Der Amerikaner wurde hinter Carlsen mit 6,0 Punkten Zweiter vor Arkadij Naiditsch (Aserbaidschan/5,0).

Mit Georg Meier und Vincent Keymer gehörten zwei deutsche Spieler zum zehnköpfigen Feld in Baden-Baden. Beide hatten am Ende 2,0 Punkte auf dem Konto und landeten auf den zwei letzten Plätzen. Für den erst 14-jährigen Keymer, der als größtes Schachtalent in Deutschland seit Jahrzehnten gilt, war der Auftritt innerhalb der Weltelite aber alles andere als eine Enttäuschung. "Ich habe viel gelernt in diesem Turnier und habe gemerkt, dass ich mithalten kann", sagte Keymer.

aha/dpa

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frederic_1618 30.04.2019
1. Gute Vorbereitung,
große Routine, das entsprechende Talent (Intuition), ausgezeichnetes Training sind die Grundsteine für diese Erfolge. Man kann ihn nur beglückwünschen. Er führt das Schach in Bereiche, die bislang unbekannt waren (Abwicklungen am Tisch, die geradezu phänomenal wirken ob der Tiefe der Berechnung). Insbes. die letzten zwei Partien (P. Svidler, M. Vachier-Lagrave) zeigten, dass er neue Maßstäbe setzt. Folgerichtig hat u.a. Kramnik das Ende seiner Teilnahme an Großmeisterturnieren bekannt gegeben. Trotzdem muss er vorsichtig sein. Nach dem Spiel gegen Svidler fehlten Carlsen die Worte, das Umschalten vom Schachspielmodus in den Modus des Alltäglichen schien ihm schwerzufallen. Er sollte sich auch davor hüten, zu sicher zu sein, von so weit oben kann man auch tief fallen. Jetzt noch Einiges mitnehmen, ein paar ertragreiche Werbeverträge und sich selbst eine Frist setzten, mit diesen Anstrengungen absehbar zu einem Ende zu kommen, um sich in Ruhe von den Früchten des Erfolges zu nähren, das und weiterhin Gesundheit und Selbstvertrauen wünsche ich diesem Ausnahmeathleten.
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