Manipulation im Snooker "Die Verantwortlichen wollen die Sache unter den Teppich kehren"

Der ehemalige Weltranglisten-Fünfte Stephen Lee ist wegen Spielmanipulation schuldig gesprochen worden. Doch Snooker-Superstar Ronnie O'Sullivan glaubt, dass Lee nur "einer von vielen korrupten Spielern" sei. Nicht zum ersten Mal hat die Snookerszene mit Manipulation zu kämpfen.

Snooker-Star O'Sullivan: "Sie werden mich wohl bestrafen"
AFP

Snooker-Star O'Sullivan: "Sie werden mich wohl bestrafen"


Hamburg - Superstar Ronnie O'Sullivan hält den Manipulationsskandal in der Snookerszene für weit umfangreicher als bisher angenommen. Wie der 37-jährige Engländer am Dienstag per Twitter mitteilte, sei der ehemalige Weltranglistenfünfte Stephen Lee, der am Montag der Manipulation von Spielen in den Jahren 2008 und 2009 schuldig gesprochen worden war, nur "einer von vielen korrupten Spielern".

An den Verantwortlichen des Weltverbandes World Snooker übte der fünfmalige Weltmeister O'Sullivan über Twitter Kritik: "Ich habe gehört, dass noch viel mehr Spieler Matches verschieben. Die Wahrheit muss ans Licht kommen, aber die Verantwortlichen wollen die Sache scheinbar unter den Teppich kehren."

O'Sullivan, der als streitbarer Charakter gilt, ist sich darüber im Klaren, dass er mit seinen kritischen Kommentaren möglicherweise den Ärger des Verbandes auf sich zieht. "Sie werden mich wohl bestrafen", schrieb der fünfmalige Weltmeister.

Twitter/ Ronnie O'Sullivan

Twitter/ Ronnie O'Sullivan

Stephen Lee war seit Oktober des vergangenen Jahres suspendiert. Am 24. September möchte der Weltverband über seine Bestrafung entscheiden. Ihm droht eine lebenslange Sperre. Wie viel Geld Lee durch die Manipulation verdient hat, ist nicht bekannt. In die Vorfälle aus den Jahren 2008 und 2009 sind außer dem Spieler selbst offenbar sein damaliger Manager, sein damaliger Sponsor und seine Ehefrau beteiligt.

Jason Ferguson, der Präsident des Weltverbandes, sagte über das Urteil gegen Lee: "Er hatte die Möglichkeit, ein Teil der Erfolgsgeschichte des Snooker zu werden. Jetzt steht seine Zukunft in dem Sport ernsthaft in Frage." Das Urteil bezeichnete er als "starke Warnung an alle Sportler, die anfällig werden könnten".

Schon in der Vergangenheit gab es Manipulationsfälle im Snooker. 2006 wurde der Australier Quinten Hann für acht Jahre gesperrt. John Higgins wurde 2010 für sechs Monate gesperrt, weil er einen Bestechungsversuch nicht angezeigt hatte.

buc/sid



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