College-Basketball Anti-Homosexuellen-Gesetz überschattet "March Madness"

Auch wenn der April schon angefangen hat: Die USA sind im "March Madness"-Fieber. Doch die Finalserie im College-Basketball in Indianapolis wird von einem neuen Anti-Homosexuellen-Gesetz im Bundesstaat Indiana überschattet.

Final-Stadion in Indianapolis: 70.000 Zuschauer erwartet
AFP

Final-Stadion in Indianapolis: 70.000 Zuschauer erwartet


Die heiße Phase der sogenannten March Madness zieht die USA in ihren Bann: Millionen Zuschauer vor den Fernsehern, 70.000 im Stadion und auch Präsident Barack Obama ist erklärter Fan. Das Finalturnier der besten College-Basketballer des Landes bewegt die Massen, auf den Sportseiten der Zeitungen werden Nachrichten aus den Profiligen NBA, NHL oder MLB in den Hintergrund gerückt.

Doch kurz vor der Endspielserie ist in den USA eine hitzige Diskussion um ein umstrittenes Gesetz "zur Wiederherstellung der religiösen Freiheit" im Bundesstaat Indiana entbrannt. Kritiker sehen darin die rechtliche Legitimierung, Homosexuelle in Zukunft ohne Strafe zu diskriminieren. Prominente und bekannte Sportler sind empört über den Vorstoß des konservativen Gouverneurs Mike Pence. Die NBA teilte mit, dass Gesetz widerspreche den Prinzipien von "Inklusion und gegenseitigem Respekt" des Basketballs.

"In jedem Staat, in dem es Anti-Schwulen-Gesetze gibt, sollte es keine Großveranstaltungen wie den Super Bowl oder das Final Four geben", sagt Basketball-Legende Charles Barkley. In Indianapolis, der Hauptstadt von Indiana, steigt vom 4. bis zum 6. April das Finale der "March Madness". Mit dabei ist auch der deutsche Junioren-Nationalspieler Gavin Schilling von den Michigan State Spartans.

Zu den Partien im Kampf um den Titel im College-Basketball im Lucas Oil Stadium, der Heimstätte des NFL-Football-Teams Indianapolis Colts, werden rund 70.000 Fans erwartet, Millionen von Amerikanern sitzen vor den TV-Geräten. "Wir werden alles tun, damit die Spieler und Besucher nicht unter diesem Gesetz leiden", sagte NCAA-Präsident Mark Emmert. In Indianapolis haben zahlreiche US-Sportverbände ihren Sitz, zudem gibt es Profi-Teams im Football und Basketball.

Unter dem Deckmantel "religiöse Freiheit" könnten ab dem 1. Juli, wenn das Gesetz in Kraft treten soll, Homosexuelle in Indiana ohne juristische Folgen benachteiligt werden. So dürften sich etwa Ladenbesitzer weigern, Schwule oder Lesben zu bedienen. Unternehmer könnten ihnen einen Job verwehren.

luk/sid



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