Russische Tennisspielerin Dopingsperre für Scharapowa verkürzt

Der Sportgerichtshof Cas hat die Sperre für die Tennisspielerin Marija Scharapowa angepasst. Die wegen Meldonium-Dopings gesperrte Russin kann nun ab April wieder antreten.

Marija Scharapowa
REUTERS

Marija Scharapowa


Marija Scharapowa darf sich Hoffnungen auf einen Start bei den French Open im kommenden Frühjahr machen. Der internationale Sportgerichtshof Cas reduzierte die Dopingsperre der Russin von zwei Jahren auf 15 Monate. Damit dürfte Scharapowa ab dem 26. April 2017 wieder an Turnieren teilnehmen.

Scharapowa war im Januar 2016 bei den Australian Open positiv auf Meldonium getestet worden, einen Wirkstoff, der seit Jahresanfang auf der Dopingliste steht. Die Internationale Tennis-Föderation (ITF) hatte Scharapowa daraufhin im Juni für zwei Jahre gesperrt. Diese Sperre war rückwirkend in Kraft getreten, weil die Spielerin den positiven Test selbst öffentlich gemacht hatte.

Scharapowa hatte betont, das Mittel Mildronat, das den Wirkstoff Meldonium enthält, aus medizinischen Gründen bereits seit zehn Jahren eingenommen zu haben, und Berufung gegen die Sperre eingelegt. Der Cas befand, dass Scharapowa zwar nicht wissentlich gedopt habe, sondern das Mittel auf Anraten ihres Arztes eingenommen zu haben. Auch habe niemand die Sportlerin explizit darüber aufgeklärt, dass Meldonium nicht mehr erlaubt sei.

Allerdings, so der Cas, hätte sich Scharapowa besser informieren müssen und war selbst dafür verantwortlich, die Dopingbestimmungen zu kennen. Da ihr aber keine Betrugsabsicht unterstellt wird, reduzierte der Gerichtshof die Strafdauer.

Scharapowa teilte mit, es handle sich um einen der glücklichsten Tage ihrer Karriere. Sie habe Verantwortung für ihren "Fehler" übernommen. Andere Verbände informierten ihre Sportler besser über Änderungen im Doping-Reglement als die ITF, sagte Scharapowa. Sie hoffe, dass in Zukunft kein Tennisspieler mehr durchmachen müsse, was ihr widerfahren sei.

rae

Mehr zum Thema


insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Rahvin 04.10.2016
1. Eigenverantwortung? Selbstkritik? Doch nicht bei Scharapowa.
Sicher, dem Tennissport würde eine Scharapowa mit ihrem Gekreische fehlen, sauber ist die Sache damit aber längst nicht. Und wie immer stilisiert sich eine Doperin als Opfer - diesmal als das Opfer der mangelhaften Informationspolitik ihres Sportverbandes. Das ist lächerlich: Entweder man ist Profi, dann übernimmt man die volle Verantwortung für alles, was man seinem Körper zuführt, und wenn man beim Dopen erwischt wird, ist die Karriere eben aus und man darf gerichtlich belangt werden. Oder man ist eben kein Profi, dann ist man genauso für sich selbst verantwortlich, wenn man einen Triathlon schon mit Schmerzmitteln zur "Prophylaxe" bestreitet.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.