99. Tour de France Cavendish triumphiert im Sprint

Entscheidung auf den letzten Metern: Mark Cavendish hat die zweite Etappe der Tour de France gewonnen. Der Brite setzte sich im Sprint in Tournai gegen André Greipel durch. Fabian Cancellara bleibt im Gelben Trikot. Der mit gebrochener Hand gestartete Tony Martin kam erst hinter dem Peloton ins Ziel.

Mark Cavendish: Sprint-Triumph bei der zweiten Etappe
AP

Mark Cavendish: Sprint-Triumph bei der zweiten Etappe


Hamburg - Sprintkönig Mark Cavendish hat die zweite Etappe der Tour de France gewonnen. Der britische Weltmeister setzte sich am Montag nach 207,5 Kilometern durch Belgien von Visé nach Tournai im Schlusssprint hauchdünn vor André Greipel durch. Dritter wurde der Australier Matthew Goss. Die Führung in der Gesamtwertung verteidigte Fabian Cancellara aus der Schweiz, der das Gelbe Trikot beim Prolog erobert hatte.

Die deutsche Hoffnung Tony Martin quälte sich ins Ziel, hatte am Ende gut vier Minuten Rückstand auf das Hauptfeld. "Ich habe immer noch Schmerzen, bin jedem Schlagloch ausgewichen und froh, im Ziel zu sein. Wenn in der Nacht nichts Gravierendes passiert, werde ich morgen wieder am Start stehen", sagte Martin. Der 27-Jährige hatte sich am Vortag bei einem Sturz das Kahnbein in der linken Hand gebrochen, die Etappe unter Schmerzen beendet und sich entschieden, mit einer Spezialmanschette am Montag wieder an den Start zu gehen. Von nun an müsse er sich durchbeißen, hatte er verkündet. An Attacken in der ersten, relativ flachen Tour-Woche sei nicht mehr zu denken. "Tonys großes Ziel ist das Zeitfahren in Besançon in einer Woche", hatte Helge Riepenhof, Arzt von Martins Team Omega Pharma-Quickstep gesagt.

Kittel litt unter Magenproblemen

Nach dem Prolog und der ersten Etappe schlug am Montag erstmals die Stunde der Sprintspezialisten, die bis einschließlich Freitag den Tour-Alltag bestimmen dürften. Deren Teams hatten auf der letzten Etappe in Belgien das Geschehen souverän unter Kontrolle. Vor allem die Mannschaften Lotto, Argos und GreenEdge hielten den Rückstand auf die Fluchtgruppe mit Anthony Roux, Christophe Kern und Michael Morkov im Rahmen. 14 Kilometer vor der Ziellinie wurde Roux als letzter der drei Ausreißer gestellt.

Eine erste Enttäuschung erlebte Jungprofi Marcel Kittel, der nach seinen starken Auftritten im Vorfeld als Mitfavorit gehandelt worden war. Allerdings litt der Tour-Debütant während des Rennens an großen Magenproblemen und konnte nicht in den Sprint eingreifen. 6:33 Minuten nach dem Peloton rollte er über die Ziellinie.

Die erste Etappe am Sonntag hatte Peter Sagan gewonnen. Der Slowake von Team Liquigas-Cannondale setzte sich im Schlussspurt gegen Fabian Cancellara und Edvald Boasson Hagen durch.

Die dritte Etappe führt am Mittwoch an den Ärmelkanal. Vom Start in Orchies geht der Tagesabschnitt 197 Kilometer nach Boulogne-sur-Mer (ab 12.40 Uhr im Liveticker bei SPIEGEL ONLINE).

Kommt 2013 ein deutsches Profiteam mit den Schleck-Brüdern?

Abseits des Geschehens bei der Etappe sorgte eine weitere Meldung für Aufregung in der Radsport-Welt: Zur kommenden Saison könnte es wieder ein deutsches Profi-Team geben. Wie Luxemburger Medien berichten, will das Bielefelder Kosmetikunternehmen Dr. Wolff ab den kommenden Jahr mit dem Team Alpecin auf höchster Ebene mitmischen und dazu die Brüder Frank und Andy Schleck als Top-Fahrer verpflichten.

Als sportlicher Leiter ist der dänische Schleck-Vertraute Kim Andersen im Gespräch. Potentieller Radhersteller für das Team ist die US-Firma Trek, mit deren Rädern die Schlecks bereits aktuell unterwegs sind. Das Team Alpecin besteht bereits und hat den früheren Rad-Star Jan Ullrich als Markenbotschafter. Derzeit ist das Projekt aber noch auf den Breitensport ausgerichtet.

Die Schleck-Brüder stehen noch bis Ende 2014 beim Team RadioShack-Nissan unter Vertrag. Zuletzt war es jedoch zu Streitigkeiten zwischen den Luxemburgern und der Teamleitung um den umstrittenen Manager Johan Bruyneel gekommen. Dieser hatte dem Duo öffentlich mangelnde Führungsqualitäten und Leidensfähigkeit vorgeworfen. Die Schlecks sollen auch Verzögerungen bei den Gehaltszahlungen verärgert haben.

Diese hatte zuletzt auch den Weltverband UCI auf den Plan gerufen. Am vergangenen Donnerstag statten Wirtschaftsprüfer der von der UCI beauftragen Agentur Ernst and Young der Teamzentrale in Luxemburg einen Besuch ab, um den Gründen für die Verzögerungen nachzugehen. "Sie haben Gründe gesucht und gefunden. Diese sind allerdings privat", sagte Teamsprecher Philippe Maertens.

luk/dpa/sid



insgesamt 406 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
spon-facebook-10000298787 30.06.2012
1. Vorfreude
Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
hahewo 30.06.2012
2. Tour der Pharmazie
Diese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
Pollowitzer 30.06.2012
3. Zu einer Rummelveranstaltung verkommen
Dieser Sport ist leider schon lange nicht mehr ernst zu nehmen und er ist unglaubwürdig wie Rummelboxen - Wenn man sich das Alter einiger deutscher Teilnehmer ansieht dann geht automatisch die Dopingwarnlampe an - die pedalierenden Velogreise kommen doch ohne entsprechende Hilfsmittel weder über die Berge noch nach Paris. Die Aufmerksamkeit der Presse haben die nicht verdient - Ich glaube es wird garnichtmehr ernsthaft der Gebrauch von Doping kontrolliert - Brot und Spiele auf unterstem Niveau - leider!!!
Ostwestfale 30.06.2012
4. Zustimmung
Zitat von spon-facebook-10000298787Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
Ich freue mich auch, die drei Genannten zähle ich allerdings nicht zu den Favoriten, da diese Tour recht zeitfahrlastig ist und da sind Wiggins und Evans einfach zu stark, als dass ein Basso oder Sanchez das in den Bergen kompensieren könnte.Ich könnte mir deshalb sogar vorstellen, dass Klöden aufs Podium fährt. Wer die letzte Tour verfolgt hat, dem werden auch die tollen Entwicklungen nicht entgangen sein. Die Fahrer fahren endlich wieder wie "Menschen". Jeder Topfahrer hatte bei der letzten Tour einen schwachen Tag, was in einer dreiwöchigen Rundfahrt normal ist. Die Maximalwattzahlen, die die Fahrer in den Anstiegen treten sind stark zurückgegangen.Dass Jean-Christophe Peraud, Tourzehnter des vergangenen Jahres absolut sauber war gilt als ziemlich warscheinlich. Sein Blutbild war während der gesamten Tour öffentlich zugänglich und es gab keinerlei Auffälligkeiten.Aber so was ist natürlich keine Schlagzeile wert, denn Deutschland war noch nie ein Radsport-Land. Auch nicht zu Ullrichs Zeiten.Hier hat man sich noch nie für Details des interessiert. Völlig absurd finde ich, wenn in der Zusammenhang mit der Tour davon gesprochen sind, die Leistungen wören "übermenschlich" oder sonstwas. So nach dem Motto: Alles was ich nicht kann, kann auch kein Anderer. Da hat ein quasi nie im Training kontrollierter Usain Bolt nur 100 Meter läuft. Das kann ja jeder...
LuisCortez 30.06.2012
5.
Zitat von hahewoDiese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
So ist es. Sie haben die Situation erkannt. Ich als ehemaliger Roche Mitarbeiter kann bestätigen dass Roche um die 70 Mitarbeiter beschäftigt die sich um die besten Verträge und Logistik mit den "Sportlern" kümmert. Interessanterweise handelt es sich bei den Kunden nur um Radsportler. Was für ein Blödsinn!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.