Doping Läuferin Dominguez verliert ihren WM-Titel

Die ehemalige Leichtathletin Marta Domínguez muss ihren WM-Titel von 2009 abgeben. Sie konnte erneute Dopingvorwürfe nicht entkräften. Nun muss sie auch um ihre politische Karriere fürchten.

Ex-Läuferin Domínguez: Ehemalige Weltmeisterin über 3000 Meter Hindernis
AP/dpa

Ex-Läuferin Domínguez: Ehemalige Weltmeisterin über 3000 Meter Hindernis


Der internationale Sportgerichtshof (Cas) hat die frühere Leichtathletin Marta Domínguez wegen Dopings zu einer Sperre von drei Jahren verurteilt. Die Spanierin hatte sich 2012 zwar schon aus dem Sport zurückgezogen, die Richter erkannten der Läuferin nun aber zudem alle Titel ab, die sie zwischen dem 5. August 2009 und dem 4. Januar 2013 errungen hatte.

Dazu gehören der Weltmeistertitel im 3000-Meter-Hindernis-Lauf 2009 und die Vizeeuropameisterschaft 2010 in derselben Disziplin. Die 40 Jahre alte Dominguez hatte bislang als Spaniens erfolgreichste Leichtathletin der Geschichte gegolten.

2013 entdeckte der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) in Domínguez' biologischem Pass ungewöhnliche Blutwerte, die nach Ansicht des IAAF auf Doping hindeuteten, und forderte eine Sperre. Der spanische Leichtathletikverband (RFEA), dem die Läuferin mehrere Jahre als Vizepräsidentin angehört hatte, sprach sie jedoch frei. IAAF sowie die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) legten Berufung ein. Der Cas folgte weitgehend den Argumenten der Kläger, Dominguez konnte die Vorwürfe nicht hinreichend entkräften. Mittlerweile hat auch der RFEA dem Urteil zugestimmt.

Domínguez' Name fiel auch im Fall Fuentes

Dominguez hatte zuvor schon zweimal unter Dopingverdacht gestanden. Auch in der Affäre um den Dopingarzt Eufemiano Fuentes fiel ihr Name, Beweise blieben jedoch aus. 2010 wurde die Athletin in einer weiteren Doping-Affäre kurzzeitig festgenommen, im April 2011 aber entlastet.

Vor vier Jahren wechselte die Sportlerin in die Politik. Sie sitzt seit November 2011 für die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy im Senat. Bei den anstehenden Wahlen am 20. Dezember sollte sie für die PP für einen Sitz im Unterhaus kandidieren. Die Partei strich Domínguez jedoch kurzfristig von der Kandidatenliste. Die Zeitung "El País" äußerte die Vermutung, dass Rajoy wegen der Dopingvorwürfe gegen Domínguez negative Auswirkungen auf seinen Wahlkampf befürchtete.

aev/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Schoenvogel 20.11.2015
1. da müssen doch die russen ...
da müssen doch die russen ihre Hände im spiel haben, denn in demokratischen ländern kann es doch kein Doping geben. Ich bin erstaunt, dass es so etwas in Spanien gibt! Na, wenigsten im fussball gibt es kein Doping. Bringt ja auch nix im fussbal, sondern nur im fussballspieler. gruss eines rote-beete-saft-Trinkers aus DD
hschmitter 20.11.2015
2.
Zitat von Schoenvogelda müssen doch die russen ihre Hände im spiel haben, denn in demokratischen ländern kann es doch kein Doping geben. Ich bin erstaunt, dass es so etwas in Spanien gibt! Na, wenigsten im fussball gibt es kein Doping. Bringt ja auch nix im fussbal, sondern nur im fussballspieler. gruss eines rote-beete-saft-Trinkers aus DD
Was für ein einfallsloser Kommentar. DD - war das nicht früher das Tal der Ahnungslosen? Immerhin -Rote-Beete-Saft scheint jetzt nicht mehr das Problem zu sein. Der Artikel zeigt nur, daß gedopt wird, auch außerhalb Russlands - das ist nicht so überraschend neu und hätte Ihnen bekannt sein können. Und daß eben nicht nur entsprechend den steilen Thesen von Verschwörungstheoretikern bei Russland Sanktionen erfolgen. Gruß aus Berlin
viceman 20.11.2015
3. oh doping in spanien - UNGLAUBLICH
und die verdächtige mischt noch bei den exkonservativen mit - das passt! gab es denn auch russische klienten bei dr. fuentes?
axelmueller1976 20.11.2015
4. Nr.3 Sarkozy sagte
Zitat von vicemanund die verdächtige mischt noch bei den exkonservativen mit - das passt! gab es denn auch russische klienten bei dr. fuentes?
Wie macht Ihr Spanier das bloß? Dazu sagte der französische Sportarzt Guillaume : Spanien sei die Drehscheibe des europäischen Dopings-in jeder Sportart. Nachlesen unter www.stern.sportmacht -spanien.
Inuk 20.11.2015
5. Sieger
Deswegen jubele ich auch keinem Sieger zu. Sport interessiert mich so gut wie gar nicht mehr. Auf der Welt herrschen nur noch Lug und Trug. Offensichtlich ist der Erfolg des Sportlers für ihn so wichtig, dass er zum Doping greift und mit den chemischen Hilfsmitteln sich, sein Sport, die Medien, die Fans und Zuschauer betrügt. Wir sind ja auch wahnsinnig, nur den Erfolgreichen zuzujubeln, welche Zehntelsekunden schneller sind, als ihre Konkurrenz.
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