Eishockey Massenschlägerei überschattet NHL-Spiel

Trainer rasteten aus, Spieler drehten durch: Beim Match zwischen den NHL-Rivalen Vancouver und Calgary ist es zu massiven Auseinandersetzungen gekommen. Spieler beider Mannschaften prügelten aufeinander ein, die Schiedsrichter sprachen insgesamt 204 Strafminuten aus.
Calgarys Giordano (l.), Vancouvers Burrows: Eishockey war Nebensache

Calgarys Giordano (l.), Vancouvers Burrows: Eishockey war Nebensache

Foto: Jonathan Hayward/ AP/dpa

Hamburg - Als sich in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL am Samstag die Spieler der Vancouver Canucks und der Calgary Flames gegenüber standen, war ihnen der Ausgang des Matchs offenbar egal. Unmittelbar nachdem der Puck ins Spiel gebracht wurde, zogen die zehn Feldspieler der kanadischen Rivalen ihre Handschuhe aus und fielen übereinander her: Überall auf dem Eis bildeten sich prügelnde Pärchen, die Schiedsrichter versuchten einzugreifen, konnten die Raufbolde aber nicht trennen. Mehr als eine Minute lang droschen die Spieler aufeinander ein, wie ein Video auf der Internetseite der NHL  zeigt.

Nach zwei "gespielten" Sekunden wurden bereits 152 Strafminuten ausgesprochen und acht Profis vom Eis geschickt. Insgesamt standen am Ende 204 Strafminuten auf dem Spielbericht. Canucks-Coach John Tortorella versuchte während der ersten Drittelpause wild schimpfend in die Flames-Kabine einzudringen, wurde davon aber von Spielern und Offiziellen des Gegners abgehalten.

Ganz unerwartet kam die Schlägerei nicht, hatte doch Calgarys Trainer Bob Hartley zu Beginn nicht wie üblich seine Top-Reihe aufgestellt, sondern "Enforcer", also fürs Grobe zuständige Profis. Tortorella reagierte und ließ seinerseits die wertvollsten Spieler - wie etwa die schwedischen Sedin-Zwillinge - zunächst auf der Bank.

"Der Trainer (Tortorella - d. Red.) hat uns gesagt, der Gegner habe seine 'Idioten' aufgestellt. Also müsse er dasselbe tun", sagte Canucks-Profi Tom Sestito nach der Partie laut ESPN.com. Tortorella selbst erklärte, er habe mit der Nominierung seiner "Enforcer" auf die Aufstellung des Gegners reagieren müssen. "Ich bin nicht stolz darauf, so gehandelt zu haben, und habe mich bei jedem meiner Spieler dafür entschuldigt." Flames-Coach Hartley sagte hingegen, er habe keine böse Absicht gehegt, sondern seine Startformation aus sportlichen Gründen nominiert.

Nach den Prügeleien wurde übrigens auch noch Eishockey gespielt: Die Canucks setzten sich nach Penaltyschießen 3:2 durch.

mon/ap/dpa
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