Masters Cup Federer deklassiert Agassi

Die Tennissaison endete mit einer bitteren Niederlage für Andre Agassi. Im Finale des Masters Cup von Houston ließ der Schweizer Roger Federer dem Amerikaner nicht den Hauch einer Chance. Selbst eine längere Regenpause konnte Agassi nicht retten.


Roger Federer: Fünf Partien, fünf Siege
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Roger Federer: Fünf Partien, fünf Siege

Houston - Roger Federer hat sich auf seinem Weg auf den Tennisthron in Houston von nichts aufhalten lassen: Nicht vom Regen, nicht vom exzentrischen Chairman Jim McIngvale, nicht von den US-Fans und an diesem Sonntagabend schon gar nicht von Andre Agassi. Der Schweizer brannte im Endspiel beim Masters Cup ein Tennisfeuerwerk ab, das das pyrotechnische Spektakel nach der Siegerehrung weit in den Schatten stellte. Er beendete das Jahr zwar nur als Nummer zwei der Weltrangliste, doch bei seinem 6:3, 6:0, 6:4 gegen Agassi ließ der Wimbledonsieger keinen Zweifel daran, dass er in dieser Form der beste Spieler der Welt ist.

"Das perfekte Ende eines perfekten Jahres"


"Mir bedeutet dieser Titel sehr, sehr viel", sagte der 22-Jährige bei der Siegerehrung. Und dabei meinte er nicht die 1,52 Millionen Dollar und das silbergraue Mercedes Cabrio, das er quasi als Zugabe erhielt. "Es ist eine unglaubliche Ehre für mich, als Masters-Sieger in einer Reihe mit Spielern wie Stefan Edberg oder Pete Sampras zu stehen", sagte Federer, "ich bin unendlich glücklich, es ist das perfekte Ende eines perfekten Jahres."

Federer blieb in allen fünf Partien einschließlich der Vorrunde ungeschlagen. Es war sein siebter Turniersieg in diesem Jahr, er ist damit ebenso der erfolgreichste Profi auf der ATP-Tour wie mit seinen 78 gewonnenen Matches. "Es war eine fantastische Woche, ich habe unglaubliches Tennis gespielt", stellte der Schweizer zufrieden fest, "dennoch hat Andy Roddick verdient, die Nummer eins zu sein. Ich werde im nächsten Jahr versuchen, das selbst zu schaffen."

Andre Agassi: Ungewöhnlich viele Fehler
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Andre Agassi: Ungewöhnlich viele Fehler

Das Match im mit 7500 ausverkauften Freiluftstadion von Houston musste wegen starker Regenschauer beim Stand von 6:3, 2:0 für Federer für zweieinhalb Stunden unterbrochen werden. Der Schweizer dominierte die Partie allerdings vor und nach der Pause beinahe nach Belieben. Er war dem Amerikaner in allen Belangen überlegen, punktete immer wieder vor allem mit seiner starken Rückhand. Agassi unterlief die ungewöhnlich hohe Zahl von 30 unerzwungenen Fehlern. Er konnte nur im dritten Satz einigermaßen mithalten, kassierte das vorentscheidende Break erst zum 4:5 aus seiner Sicht. Federer nutzte seinen ersten Matchball nach 1:28 Stunden Netto-Spielzeit mit seinem elften Ass.

Agassi will weiter machen


"Roger kann alles. Er bewegt sich erstklassig, kann alle Schläge und versteht das Spiel. Es ist eine Inspiration, ihn spielen zu sehen", lobte der Unterlegene: "Er hat heute erstklassig gespielt und ich konnte nicht mithalten." Agassi stand zum vierten Mal in einem Masters-Finale, konnte den Titel aber nur 1990 gewinnen. Der 33-Jährige verbesserte sich durch die Finalteilnahme in der Weltrangliste um einen Rang auf Platz fünf. Gedanken an ein Karriereende hat er aber nicht: "Ich werde hart arbeiten, um im nächsten Jahr noch besser nach Houston zurückzukommen."

Darüber würde sich Klubbesitzer Jim McIngvale sicher freuen. Nichts wünschte sich der 53-Jährige mehr, als einen Triumph Agassis. Wahrscheinlich aber hatte den Möbel-Millionär den größten Fehler gemacht, als er vor dem ersten Gruppenspiel des Schweizers gegen Agassi am vergangenen Montag den Eidgenossen in dessen Kabine wüst beschimpfte, weil der die Kritik aller Kollegen an der Anlage und dem Platz öffentlich ausgesprochen hatte. Spätestens in diesem Augenblick muss sich der Baseler vorgenommen haben, die von McIngvale geplanten Agassi-Festspiele gründlich zu verderben. "Möglicherweise hat mir dieser Zwischenfall geholfen", räumte Federer ein, "im Training vorher habe ich keinen Ball getroffen."



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